Rhein-Neckar

Weiter Warten auf Gutachten

Frankenthal.Die Ermittlungen zur tödlichen Ludwigshafener Gasexplosion vom Oktober 2014 ziehen sich weiter hin. Grund ist das noch ausstehende Gutachten eines Sachverständigen. Dazu gehöre eine Testreihe, die wegen der Witterung frühestens im Frühjahr in Angriff genommen werden könne, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt in Frankenthal, Hubert Ströber, der Deutschen Presse-Agentur. Ursprünglich war das Gutachten für diesen Oktober erwartet worden. Bei der Explosion einer Hochdruckgasleitung am 23. Oktober 2014 waren zwei Mitarbeiter einer Baufirma ums Leben gekommen, 22 Menschen wurden verletzt. Zudem entstand ein Millionenschaden.

Zu dem Unglück war es laut Staatsanwaltschaft gekommen, als die Arbeiter die Leitung freilegen wollten. Dabei sei daneben eine Spundwand in die Erde getrieben worden, ohne dass der genaue Verlauf des Rohres bekanntgewesen sei. Die Leitung wurde beschädigt, und es trat Gas aus. Die Ermittler sehen deshalb Sorgfaltspflichten verletzt und ermitteln gegen zwei Verantwortliche des Pipeline-Betreibers sowie gegen den Bauleiter und den Polier der Baufirma.

Die Ermittlungen ergaben aber auch, dass die Wand der Pipeline am beschädigten Abschnitt stellenweise weniger als einen Millimeter dick war - bei einer ursprünglichen Dicke von 8,8 Millimetern. Deshalb wird untersucht, ob auch bei umsichtigem Arbeiten - also beim Freilegen des Rohres und dem dann fehlenden Gegendruck der Erde - Gas hätte austreten können. Die Tests müssten bei gleichen Umweltbedingungen wie zur Unglückszeit stattfinden, sagte Ströber. Zwar habe man gehofft, die Reihe noch vor Beginn des Winters absolvieren zu können. Dann seien aber weitere technische Fragen aufgetaucht, die zu einer Verzögerung geführt hätten. (dpa/lrs)