Rhein-Neckar

Schriesheim Kulinarisches und Komik im Weingut

Wenn Kabarettist Kain auf Kochtopf trifft

Vier große runde Tische in der Weinscheuer Majer in Schriesheim sind fürstlich eingedeckt, an zwei davon sitzen die Gäste, stoßen in gemütlicher Runde mit einem Glas Wein aus den Kellern des Gutes an. Als Unterteller liegen Schallplatten auf den Tischen, „Mein Vaterland“ ist mit Mühe darauf zu entziffern. Nicht zum Mitnehmen, sondern nur zur Deko, wie Gastgeberin Christiane Majer vorsorglich betont.

Noch ist das Menü eine große Unbekannte. Ein Geheimnis, das Köchin Viola Keller erst nach und nach lüftet: Spargelsuppe, bunter Frühlingssalatteller, Piccata vom Geflügel und von der Aubergine, Vanille Panacotta mit Holunderblüten und Erdbeeren. Garniert wird diese kulinarische Reihe von Franz Kain. Auf seine ganz eigene humorvolle, scherzhafte und witzige Art, die zuweilen ins bissige und sarkastische abgleitet.

Mit viel Spott und Häme nimmt der Entertainer und Kabarettist aus Weinheim des Bürgers schönstes Geburtstagsgeschenk, den Fresskorb, auf die Schippe. „Von Lorbeerkranz umrahmt, prangt die 50 auf einem Kranz Fleischwurst“, analysiert er. Je höher die Zahl auf dem Lorbeerkranz werde, umso mehr werde der Schnaps durch Franzbranntwein ausgetauscht. „Da sollte man sich schon beim Älterwerden Gedanken machen“, gibt Kain zu bedenken. Das beste Rezept zur Stärkung des Herz-Kreislaufsystems sei jeden Tag ein Glas Rotwein, das ersetze eine Stunde Krafttraining, zitiert er eine Studie, die die Gäste nur allzu gerne hören. „Das sollte man doch ausprobieren“, überlegt ein Gast.

Tüchtig auf die humorvolle Schippe nimmt Kain den neuesten Trend, das vegane Essen: „Veganer erkennt man gleich, die haben keine Farbe im Gesicht.“ Im Supermarkt stehe er oft hilflos vor dem Regal mit seinem Mikrokosmos an Milchprodukten und den rechts- und linksdrehenden Milchsäuren, trotzdem fest entschlossen: „Ich lasse mir nicht vorschreiben, in welche Richtung sich mein Joghurt dreht.“

Wahre Lachsalven erntet er bei seiner Beschreibung einer Tupperparty und seinem Bekenntnis: „Schüsseln kann man immer gebrauchen.“ Doch da gebe es noch eine Steigerung, und die heiße „Themomix“. Eine kleine Kostprobe aus seinem neuen Programm „De Baby-Boom-Bu“ rundet den kabarettistischen Teil des Abends ab – und macht Appetit auf Gastspiele am 5. Juli in Schriesheim und am 13. Juli in Heddesheim. greg

Info: Infos und Termine: www.voiceart-kain.com