Rhein-Neckar

Schriesheim Abiturfeier unter Corona-Bedingungen am Kurpfalz-Gymnasium

Zwei Schüler mit glatter Eins

An diese Abiturfeier im Corona-Jahr 2020 werden sich die Abiturienten mit Sicherheit ein Leben lang erinnern. Keine pompöse Abschlussfeier mit Chor und Orchester, keine Grußworte aus dem Kollegium und der politischen Gemeinde, keine Rede vom Scheffelpreisträger und kein Abiball. Aber so sang- und klanglos wollte das Schriesheimer Kurpfalz-Gymnasium seine Abiturienten dann doch nicht ins Leben entlassen, und so entschloss man sich zu einer Mini-Abifeier in der Mehrzweckhalle unter strenger Einhaltung der Coronavorschriften.

Um diesen Vorschriften genüge zu leisten, wurden die Abiturienten in jeweils sechs Gruppen zu 16 Personen eingeteilt, die dann nacheinander den Raum mit ihren Begleitern betraten. In Vierergruppen erhielten sie aus den Händen ihres Schulleiters Jürgen Sollors‚ jedoch ohne Händedruck, ihr Abschlusszeugnis sowie die Preise für außerordentliche Leistungen.

„Statistik kann sich sehen lassen“

Draußen im Foyer trugen sie sich in die Chronik ein, durften auch den Kugelschreiber zum Andenken, doch vor allem aus Hygienegründen, behalten und erhielten vom Förderverein eine Rose. Umrahmt wurde diese kleine Feierstunde vom schuleigenen Streicherquartett.

In seiner Ansprache hob Schulleiter Jürgen Sollors die hervorragenden Prüfungsleistungen seiner Schüler hervor: „Diese Statistik kann sich sehen lassen.“ Der Abiturdurchschnitt lag im Coronajahr bei 2,2. 34 Schüler schlossen ihre Schulzeit mit einer 1 vor dem Komma ab und zwei sogar mit einer glatten „Eins“.

Sollors‘ Botschaft an die Ehemaligen lautete: Bei wichtigen Entscheidungen sowohl auf den Bauch wie auf den Kopf zu hören und vor allem sich selber vertrauen. „Nehmt die Probleme in die Hand und versucht, vieles besser zu machen“, riet er ihnen. Die Suche nach einem glücklichen Leben sei aber stets mit der Bereitschaft zur Dankbarkeit verbunden: „Zeigt Eure Dankbarkeit Euren Eltern, Euren Lehrern und allen, die Euren Weg begleiten“. Als Ratschlag gab er ihnen mit: „Worte werden zu Taten, Taten zur Gewohnheit, diese werden zum Charakter, und dieser bestimmt das Schicksal“.

„Für meine Abschlussrede habe ich mich auf die Suche nach einem passenden Zitat begeben“, wandte sich Elternbeiratsvorsitzender Patrick Schmidt-Kühnle an die Abiturienten. Fausts Zitat „Da steh‘ ich nun, ich armer Tor“ erweise sich nicht als beste Quelle, passender sei Ovids Ratschluss „Alles wandelt sich, nichts vergeht“. Stehe mit dem Ende der Schulzeit jeder vor einer großen Veränderung im Leben, so werde eines aber bleiben: das Lernen.

„Lasst Euch nicht unterkriegen“, zitierte er Astrid Lindgren, was nichts anderes heiße, als das Leben zu genießen. Doch das Hinaustreten in die Welt berge auch Gefahren. Es werden sich neue Wege auftun, die schön, aber auch ungemütlich sein können. „Gleich, was Euch passiert, wir Eltern sind für Euch da, und das ein Leben lang“, versprach er.

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