Rheinau / Hochstätt

Rheinau Vorstandswahlen beim Gemeinnützigen Verein / Nach fast sieben Jahren Wechsel an der Spitze

Andreas Schäfer folgt Arthur Vogt

Im Vorfeld lag etwas Spannung in der Luft, am Ende war alles harmonisch verlaufen: Einstimmig wurde der 56-jährige Andreas Schäfer zum neuen Vorsitzenden des Gemeinnützigen Vereins Rheinau gewählt. An der Spitze der Dachorganisation des Stadtteils folgt er auf Arthur Vogt, der ohne Gegenstimme entlastet wurde, aber nach sieben Jahren im Amt nicht mehr kandidiert hatte.

Die berufliche Belastung des heute 30-Jährigen war vor allem Grund dafür, dass der Verein in den zurückliegenden drei Jahren zwar alle seine Veranstaltungen erfolgreich absolvierte (Neujahrsempfang, Stadtteilfest, Volkstrauertag), aber keine Mitgliederversammlungen. „Dabei sind die Mitglieder doch das Wichtigste in einem Verein“, kritisierte die VdK-Ortsvorsitzende Ulrike Kahlert.

„Der Einwand ist fair, weil voll berechtigt“, bekannte Vogt: „Das war ein schweres Versäumnis, und ich entschuldige mich dafür. Es tut mir leid.“ Allerdings sei dem Verein in dieser Zeit kein Schaden entstanden: „Das Vermögen des Vereins ist heute um 4500 Euro höher als 2015.“

Kassenführung ordnungsgemäß

Das bestätigte auch Hans-Dieter Reese, der gemeinsam mit Gerlinde Hanke die Kassenprüfung für die zurückliegenden Jahre nachgeholt hatte. „Dabei haben wir jeden einzelnen Beleg geprüft, was normalerweise nicht üblich ist“, betonte er. Alle Ausgaben und Einnahmen seien lückenlos nachgewiesen, versicherte er. Sein Votum war denn auch der Grund dafür, dass übermäßige Kritik am bisherigen Vorstand ausblieb. „Wer viel macht, der macht eben auch Fehler“, meinte der Vorsitzende der Siedlergemeinschaft Rheinau-Süd, Hans Held: „Er hat die Fehler zugegeben und sich dafür entschuldigt. Und damit muss dann aber auch mal Schluss sein.“

„Jeder macht Fehler“, unterstützte Pfarrer Uwe Sulger, der als Versammlungsleiter fungierte. Zudem hätten bei Ausbleiben von Versammlungen ja auch die Mitglieder selbst früher die Initiative ergreifen können und müssen: „Jeder sollte sich da an die eigene Nase fassen.“

Gemäß der Empfehlung Reeses war die Entlastung des Vorstandes nicht mehr fraglich: Von den 32 Stimmberechtigten votierte keiner dagegen, nur drei enthielten sich. Damit war die Vergangenheit abgeschlossen, und die Mitglieder konnten sich der Zukunft zuwenden, sprich der Neuwahl des Vorstandes.

Für den Vorsitz hatte bereits im Vorfeld Andreas Schäfer seine Kandidatur angemeldet. 1963 in der Südpfalz geboren, bringt er reichhaltige Erfahrung in Vereinsarbeit mit. „Meine erste Mitgliedschaft war, wie in einem Dorf üblich, in der Freiwilligen Feuerwehr.“ Zehn Jahre lang leitete er in der Innenstadt einen Sportverein mit 360 Mitgliedern, den er selbst gegründet hat und dessen Ehrenvorsitzender er heute ist.

Im vergangenen Jahr wurde Schäfer stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins Rheinau. „Dadurch kam ich Kontakt zum hiesigen Vereinsleben“, berichtete er. Beim zurückliegenden Stadtteilfest war er Mitglied der Vorbereitungsgruppe. Nun wurde er in geheimer Wahl einstimmig zum Vorsitzenden des Vereins gewählt.

Stellvertreter ist ein Mann, der ebenfalls seit Jahren intensiv ehrenamtlich engagiert ist: Dieter Eckert, Vorsitzender des Fördervereins der Stadtbibliothek Rheinau. Er wurde ebenso einstimmig gewählt wie die Schriftführerin Heidi Wolf und der Schatzmeister Michael Lange, der dieses Amt auch beim Förderverein für das Parkschwimmbad innehat.

Während all diese Wahlgänge ohne Gegenkandidaten abliefen, gab es bei den Beisitzern eine echte Auswahl, denn für die vier Sitze bewarben sich fünf Personen. Gewählt wurden Rebekka Beteta (28 Stimmen), der bisherige Vize-Vorsitzende Michael Lösch (27), Georg Wolf (20) und Jürgen Kirner (19). Die Vorsitzende des Gewerbevereins, Sandrina Künster, verpasste mit 17 Stimmen den Einzug ins Gremium.

Viele Aufgaben warten

In dieser Zusammensetzung widmet sich der Vorstand nun den anstehenden Aufgaben: Gleich am Montag der neuen Woche bereits dem Martinszug, am 17. November der Feierstunde zum Volkstrauertag und im Januar dem Großen Rheinauer Neujahrsempfang. Als Festredner dafür hat Andreas Schäfer bereits Rolf Stahlhofen eingeladen, ansonsten eher bekannt als Musiker.

Das Stadtteilfest im Juli kann allerdings wegen der Umgestaltung des Marktplatzes auf seinem angestammten Ort nicht stattfinden. Ulrike Kahlert appellierte jedoch, an anderem Standort ein Ersatzfest zu organisieren: „Die Erfahrung lehrt: Wenn eine Veranstaltung einmal ausfällt, dann ist es oft schwer, sie dann erfolgreich wiederzubeleben.“