Rheinau / Hochstätt

Rheinau Zum Tode von Heinz Seubert, der rund zwei Jahrzehnte Vorsitzender des Ältestenkreises der evangelischen Versöhnungsgemeinde war / Mit 91 Jahren verstorben

„Boden des Glaubens“ trug ihn ein Leben lang

In der Geschichte der Evangelischen Kirche auf der Rheinau hat er seinen festen Platz: Nach dem Kriege in der Jugendarbeit engagiert, leitete er in den 1970er und 1980er Jahren rund zwei Jahrzehnte den Ältestenkreis der Versöhnungsgemeinde. Jetzt ist Heinz Seubert im Alter von 91 Jahren gestorben.

Geboren wurde er am 9. Juli 1927 als ältestes von sechs Kindern. Nach der Schulzeit begann er eine Lehre als Technischer Zeichner. Im Juni 1944 wurde er zum Reichsarbeitsdienst und im September, im Alter von 17 Jahren, zur Wehrmacht eingezogen und noch im März 1945 verwundet. Im Juni 1945 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen, begann er nicht nur sein Studium als Maschinenbautechniker, sondern auch sein kirchliches Engagement. Als er 1945 wie Millionen Jugendlicher nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches mit zerstörten Idealen dastand, waren es der Glauben und die Kirche, die ihm neue geistige Heimat boten. „Dieser Boden trägt bis heute“, formulierte er einmal.

Unter Leitung von Pfarrer Lugar begann Seubert sein Engagement in der evangelischen Jugendarbeit auf dem Pfingstberg, der damals noch zur Rheinauer Gemeinde gehörte. Hier, in der evangelischen Jugend, lernte er auch Ruth Mayer kennen, die er 1959 heiratete.

Seit 1959 Kirchenältester

Als der Pfingstberg eine selbstständige Gemeinde wurde, kandidierte Seubert 1959 erstmals für den Ältestenkreis und wurde auch auf Anhieb gewählt – mit 32 Jahren damals als Jüngster der Ältesten. Als Seubert im Juli 1966 nach Kern-Rheinau umzog, wurde er dort Mitglied im Ältestenkreis der Versöhnungsgemeinde.

Schon bald trat er die Nachfolge von Philipp Genazino als Vorsitzender an und blieb dies rund zwei Jahrzehnte lang. Große Bedeutung hatte sein Amt bei der Bewältigung zweier Wechsel in der Pfarrer-Stelle mit einer gerade im zweiten Fall besonders langen Vakanz. In die gleiche Zeit, 1986, fiel das Ringen um die Sanierung der Kirche und die Anschaffung der Elektronik-Orgel.

1989 räumte er aus freien Stücken den Vorsitz des Ältestenkreises für einen Vertreter der jüngeren Generation, Hans-Walter Süß. Der Gemeinde blieb er noch lange treu und nahm, solange dies gesundheitlich möglich war, an ihrem Leben teil.

Die Trauerfeier mit Urnenbeisetzung erfolgt am 9. August, 13 Uhr, auf dem Waldfriedhof Rheinau.