Rheinau / Hochstätt

Rheinau Stadtteilrundgang mit Oberbürgermeister Peter Kurz am Rheinauer See / Positive Überraschung bei einem Dauerbrenner

„Brummistadel“-Ruine soll verschwinden

Archivartikel

Die Rheinauer müssen den Anblick der Ruine des abgebrannten Fernfahrer-Treffs „Brummistadel“ am Edinger Riedweg wohl nicht mehr lange ertragen. „Der Eigentümer des Grundstücks hat uns mitgeteilt, dass die Ruine in absehbarer Zeit beseitigt wird“, so die Mitteilung von Oberbürgermeister Peter Kurz – eine für die Bürger positive Überraschung beim Rundgang des Stadtoberhauptes am Rheinauer See.

Mittwochabend, 19.15 Uhr. Peter Kurz kommt am Treffpunkt in der Rohrhofer Straße/Ecke Atterseestraße an. Eine viertel Stunde vor der Zeit. „Habe nicht gedacht, dass ich so schnell aus der Innenstadt auf die Rheinau komme“, meint er. Die Zeit bis zum Beginn dieses Rundgangs, organisiert vom örtlichen Stadtrat Thorsten Riehle (SPD), nutzt er zum Gespräch mit den Vertretern der Siedlergemeinschaft um Wolfgang Lehmpfuhl und Hans Held.

Parken an der Rohrhofer Straße

Allzuviele Bürger kommen allerdings nicht mehr hinzu. Rechnet man Presse, Verwaltungsvertreter und Bezirksbeiräte ab, so stellen die Anwohner die Minderheit unter den exakt 27 Anwesenden. „Offenbar ist die Unzufriedenheit mit unserem Wohngebiet doch nicht so groß wie immer gesagt wird“, meint ein Anwohner zufrieden. Und ein anderer: „Das ganze Jahr über wird gemeckert. Doch wenn mal Gelegenheit besteht, die Kritik an höchster Stelle vorzubringen, dann kneift man.“

Das erste Thema schlägt bereits am Treffpunkt auf: das Parken entlang der Rohrhofer Straße. „Auf den nichtschraffierten Flächen ist es erlaubt“, erläutert Thorsten Riehle: „Es ist auch eine Art natürliche Verkehrsberuhigung in einer geraden Straße, auf der sonst gerast würde.“

Roseluise Koester-Buhl, die neue Bezirksbeirätin der Grünen, sieht es anders: „Das behindert die Fußgänger, und auch die Busse kommen nicht vorbei.“ Der Oberbürgermeister stellt die Rechtslage klar: „Wenn 1,50 Meter für die Fußgänger bleiben, ist das Parken gestattet.“

Der erste Stopp erfolgt auf einer großen Brachfläche inmitten des Gebietes. Anfangs wurde es als Parkplatz genutzt. Jetzt ist ein Graben gezogen, um dies zu verhindern. „Das Grundstück gehört der Stadt und ist zur Vermarktung für vier Wohneinheiten vorgesehen“, erläutert Hanno Ehrbeck von der Stadtplanung.

„Vier Häuser auf diesem Grundstück, das ist ganz schön viel“, meint Bärbel Held. „Es als Grünfläche zu belassen, wäre eine gute Alternative“, wirft Koester-Buhl ein. „Freie Baugrundstücke nicht zu nutzen, das passt ja wohl nicht in die allgemeine Diskussion um die Schaffung von Wohnraum“, entgegnet der OB mit unübersehbarem Unverständnis für diesen Vorschlag.

So geht es weiter bis zum Spielplatz, vom Bauträger angelegt und der Stadt übergeben. „Er liegt direkt am öffentlichen Weg, das macht seine Attraktivität aus“, erläutert Markus Roeingh vom Fachbereich Grünflächen. „Und ist im Sommer heiß“, kritisiert Koester-Buhl die fehlenden Schattenspender. „Wir haben Bäume gepflanzt, aber die müssen eben erst wachsen“, entgegnet Roeingh.

Ungepflegte Uferflächen

Beim weiteren Rundgang wird die Nutzung des Seeufers zum Thema. Wie es sich präsentiert, ist nicht gerade eine Augenweide. „Wir haben hier ein Kuriosum“, bekennt Stadtrat Thorsten Riehle: „Der See gehört einem privaten Eigentümer und mit ihm die Flächen direkt am Ufer.“ Angeblich sind sie an Angler verpachtet. „Aber man sieht hier niemanden angeln“, klagt ein Anwohner.

Am Ende greift die Diskussion über den direkten Seebereich hinaus. CDU-Bezirksbeirat Wolfgang Göck beklagt, dass an den Wochenenden, in denen sie nicht fahren dürfen, regelmäßig sechs bis acht Sattelschlepper am Edinger Riedweg stehen: „Ich habe mehrmals beantragt, zumindest ein paar Mülleimer aufzustellen, doch nichts ist geschehen.“ „Mangels Toiletten urinieren die Fernfahren in Flaschen und schütten die Flüssigkeit ins Gelände“, berichtet Bärbel Held: „Nach einem solchen Wochenende stinkt die gesamte Gegend.“

Und schon ist man bei dem Gebäude, das an dieser Stelle steht oder korrekter gesagt, stand: der Fernfahrertreff mit dem Namen „Brummi-stadel“, der vor Jahren in Flammen aufging. Die Ruine, obgleich seit kurzem mit einem Zaun versehen, ist eine einzige Müllkippe.

Bebauung am Edinger Riedweg

„Hier wird sich bald was tun“, kündigt der Oberbürgermeister an. „Der Eigentümer des Grundstücks hat uns mitgeteilt, dass die Ruine in absehbarer Zeit beseitigt wird.“ Offenbar soll das Gelände bebaut werden. Mehr Informationen lägen nicht vor.

Doch ungeachtet aller Probleme. „Wir jammern auf hohem Niveau“, sagt ein Anwohner, der seit 30 Jahren hier lebt: „Wo gibt es das sonst in Mannheim, dass man in wenigen Minuten in den Rheinwiesen ist. Ich jedenfalls fühle mich hier sauwohl.“