Rheinau / Hochstätt

Rheinau-Süd Gespräch zum Thema Sicherheit und Sauberkeit / Anwohner klagen über zugeparkte Grünflächen

Bürger machen ihrem Ärger Luft

Archivartikel

Durchrasende Autos, zugeparkte Grünflächen, Lärm aus einem Wohnblock und wilde Müllablagerungen: Wie beim ersten Bürgergespräch vor zwei Jahren in Rheinau-Süd mit SPD-Stadtrat Thorsten Riehle und Vertretern der Verwaltung machten circa 30 Bürger und Bezirksbeiräte ihrem Ärger Luft. Auch der Bericht von Stadtrat Riehle über das, was die Verwaltung in den vergangenen Monaten umgesetzt hat, stimmte sie nicht gerade hoffnungsvoll.

Schließlich hatte es eineinhalb Jahre gedauert, bis das Schild gegen ein Befahren des Gehweges versetzt war. „In den letzten zwei Jahren ist es noch schlimmer geworden“ schimpfte Dietrich Bitz. Hier würde er sich heute keine Wohnung mehr kaufen, „weil Rheinau so weit außerhalb der Stadt liegt und es keinen bei der Verwaltung interessiert, was hier los ist.“ Das Grünflächenamt komme höchstens zwei bis dreimal im Jahr, und so sehe es hier auch aus.

Zwar gebe es ein Durchfahrtverbot für Lkws auf der Rohrhofer Straße, doch keiner halte sich daran. Ab vier Uhr morgens rasten die 40-Tonner durch. Sprinter, Wohnmobile und Lkws parkten auf den Grünflächen und entlang der Rohrhofer Straße und nähmen den Anwohnern die Parkplätze weg. Manche parkten so, dass man kaum noch aus der Tiefgarage herauskomme. Außerdem versperrten die am Rand der Rohrhofer Straße abgestellten großen Fahrzeuge und Busse beim Herausfahren die Sicht, was gefährlich sei angesichts der mit hoher Geschwindigkeit heranbrausenden Fahrzeuge.

Wilde Müllhaufen

Anwohner Peter Wedel bestätigte: „Trotz streckenweise Tempo 30 rasen die Fahrzeuge hier durch.“ Als er hergezogen sei, habe es fast nur Eigentümer gegeben. Inzwischen habe ein ausländischer Unternehmer hier zwanzig Wohnungen gekauft und seine Arbeiter drin untergebracht. Anwohner berichteten von lauter Musik und lärmenden Festen. Wenn man die Polizei rufe, sei es kurz ruhig und danach gehe es weiter. Den Vorschlag von Barbara Rieger, Leiterin des Polizeipostens Rheinau, mal bei den Leuten anzuklopfen und mit ihnen zu sprechen, lehnten die Anwohner ab. Ihre Kollegen hätten sie sogar davor gewarnt. Die Arbeiter würden ihren Müll auch nicht in die Tonnen werfen, sondern daneben abstellen.

Auch die wilden Müllablagerungen und die beim ehemaligen Supermarkt in der Kurve der Rohrhofer Straße abgestellten Schrottfahrzeuge ärgern die Rheinauer Bürger ebenso.

Dazu erklärte Klaus Eberle vom Fachbereich Sicherheit, weil das ein Privatgelände sei, hätten sie keine Handhabe. Er widersprach auch dem Vorwurf, dass die Verwaltung sich nicht um Rheinau-Süd kümmere. „Natürlich liegt der Schwerpunkt in der Innenstadt, aber wir sind relativ oft hier.“ Eberle sprach sich für höhere Ordnungsstrafen beim ruhenden Verkehr aus. Zur Reduzierung der Geschwindigkeit auf der Rohrhofer Straße will er ein semistationäres Geräte aufstellen lassen, das grundsätzlich abschreckend wirke.

Bezüglich des Lärms und der wilden Müllablagerungen empfahl Eberle den Bürgern, die 115, beziehungsweise 0621/2 93 29 33 anzurufen. Außerdem schlug er einen Termin mit dem Tiefbauamt vor, wegen Aufstellung eines Schildes bei der Einfahrt zur Rohrhofer Straße, beziehungsweise Anbringung einer Stange zur Absicherung des Geh- und Radweges.

Sein Kollege Harald Born schlug zudem im Bereich der Einfahrt zur Tiefgarage die Aufbringung einer deutlich sichtbaren Zick Zack Markierung vor.

Angesichts der Probleme erklärte Riehle: „Man könnte jeden Tag hier so eine Veranstaltung machen.“ Das Gefühl, keiner kümmert sich, nehme so rapide zu, dass sie den Dingen nachhinkten. Riehle empfahl den Bewohnern, sich bei der nächsten Eigentümerversammlung über ein geeignetes Vorgehen gegen die Missstände abzusprechen.

Bezüglich der wilden Müllablagerungen habe die neue Geschäftsführerin der Abfallwirtschaft ihm gegenüber erklärt, dass sie mehr drauf schauen wolle. Seine Partei werde sich, entsprechend dem Beispiel von Bremen, über die Landesregierung für eine Beweislastumkehr zu Lasten der Müll-Verursacher einsetzen.