Rheinau / Hochstätt

Süd/Rheinau Die am Sonntag geplante Ersatzveranstaltung für das ausgefallene Stadtteilfest ist abgesagt

Corona bremst „Rundgang“ aus

Archivartikel

Der vom Gemeinnützigen Verein Rheinau für den kommenden Sonntag geplante „Rheinauer Rundgang“ kann nicht stattfinden. Wie der Vorsitzende Andreas Schäfer am Mittwoch dem „MM“ mitteilte, lässt sich die Veranstaltung vor dem Hintergrund der Corona-Schutzbestimmungen nicht verwirklichen. Der „Rundgang“, eine Art Wanderung zwischen den Vereinsanlagen, sollte Ersatz für das Stadtteilfest sein, das im Juli bereits wegen Corona ausfiel.

„Der Rundgang war gedacht, damit die Vereine einen Ausgleich für das Stadtteilfest haben“, erinnert Schäfer. Daher sollte er eine Art „Wandertag“ sein – mit einem Dutzend Vereinsanlagen, Geschäften und Kirchen als Stationen, sowohl für Erwachsene als auch für Kinder.

Zu schwierige Vorgaben

„Nach meinem letzten Gespräch sieht es ziemlich gut aus“, meinte Schäfer noch am 14. September im Gespräch mit dem „MM“. Für beide Routen hatten sich ausreichend Teilnehmer gefunden, mit der MVV und Pfeil-Immobilien auch zwei Sponsoren. Beim Vorbereitungstreffen zwei Tage später zeigten Schäfer und die Vorstandsmitglieder Michael Lösch und Heidi Wolf verschiedene Entwürfe zur Plakatierung. Und auch ein Proberundgang wurde von den Organisatoren unternommen.

Am Dienstag letzter Woche stellte die Stadt eine Genehmigung in Aussicht, jedoch unter einer Bedingung: Der Rundgang dürfe nicht als Gesamtveranstaltung betrachtet werden, sondern jede Station einzeln. Das hätte zur Folge: Jeder veranstaltende Verein hätte die Einhaltung der Vorgaben selbst garantieren müssen. „Das war für viele Ehrenamtliche nicht möglich.“ Insofern entschloss sich der Vorstand, die Veranstaltung auf das Frühjahr zu verschieben. „Alle Teilnehmer waren sehr verständnisvoll“, so Schäfer: „Die Stadt ist in großer Sorge, das ist ja auch voll nachvollziehbar.“

Doch schon wartet eine nächste Herausforderung: die seit 1957 vom Gemeinnützigen Verein organisierte örtliche Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag auf dem Rheinauer Waldfriedhof am 15. November. „Angesichts dessen, was dieser Tat gerade heute bedeutet, würde ich ihn gerne durchführen“, versichert Schäfer. Gemäß geltender Vorgaben dürften in der Trauerhalle jedoch nur 25 Personen anwesend sein. „Und draußen ist das bei Novemberwetter so eine Sache“, grübelt er. Insofern sei er noch in Gesprächen, Redner und Musiker dementsprechend noch nicht verpflichtet.

Mitte Januar dann der traditionelle Neujahrsempfang, der alljährlich um die 300 Rheinauer in einer der Kirchen versammelt. „Dazu können wir im Moment noch gar nichts sagen“, bekennt Schäfer. „Gerade bei diesem Thema müssen wir abwarten, wie die Situation und die Regeln in drei Monaten sind.“ Zudem müsse dies mit den beiden Mitveranstaltern abgesprochen werden, dem Gewerbeverein und der BASF-Siedlergemeinschaft Rheinau-Süd: „Aber derzeit hat ja jeder auch noch seine eigenen Themen.“

Insgesamt „ein unbefriedigender Zustand“, wie Schäfer bekennt: „Der Anfang für uns war so verheißungsvoll“, erinnert sich der Chef des Ende 2019 komplett neu gewählten Vorstandes an den Neujahrsempfang im Januar 2020, der mit einem frischen Konzept aufhorchen ließ: „Doch dann kam Corona, und die Ampel stand komplett auf Rot. In manchen Nachrichten unserer Whatsapp-Gruppe ist schon Enttäuschung spürbar“, berichtet er: „Wir trösten uns damit, dass es im nächsten Jahr hoffentlich besser wird.“

Ein Problem bleibt: Das Stadtteilfest wird wohl auch 2021 ausfallen – wenn nicht wegen Corona, so wegen der Umbauarbeiten auf dem Marktplatz. Doch wann diese endlich beginnen, ist auch Schäfer nicht klar. In einem intensiven Workshop will der Vorstand im November zusammenkommen, um die Aktivitäten für das neue Jahr abzustecken.

Zum Thema