Rheinau / Hochstätt

Rheinau Närrische Sitzung der Sandhase mit einem Programmfeuerwerk

Donnernder Applaus für mutige Bütt von Pfarrer Lorenz Seiser

Archivartikel

„Sandhase Hopp!“ schallte es fröhlich durch das vollbesetzte Gemeindehaus von St. Konrad. Der Rheinauer Carneval Verein (RCV) „Die Sandhase“ zog bei seiner Närrischen Sitzung mit Tanz und Musik, Büttenreden und charmanten Gästen ein As nach dem anderen aus dem Ärmel. Präsident Holger Kubinski manövrierte das auf hochschlagenden Stimmungswogen schunkelnde Narrenschiff gemeinsam mit Sitzungspräsident Manfred Schenck und Ex-Stadtprinzessin Daniela I. (Schwöbel) zielsicher durch ein vierstündiges Programm, bei dem das Publikum immer wieder Zugaben einforderte.

Nach dem Einmarsch der närrischen Streitmacht begrüßte der Präsident die Gäste aus Nah und Fern, aus Fasnacht und Politik, darunter Stadtrat Thorsten Riehle als roter Teufel und Bezirksbeirätin Ulrike Kahlert im Piratenkostüm (beide SPD).

Tanzmariechen Anna-Lena Dürr von ScG Schwetzingen verzauberte die zahlreichen Gäste mit ihrer akrobatischen Darbietung, bevor das Stadtprinzenpaar Maren-Michelle I. und Naro I. nach einer kurzen Stippviste dem närrischen Volk viel Spaß und Freude im weiteren Verlauf des Abends wünschte.

Hofnarr Andreas Franz vom KV „Bruchkatze“ Ramstein e.V. ist einer der Glanzpunkte des Abends. Mitgebracht hat er eine Weltkugel. Mit spitzer Zunge nimmt er an diesem Abend die politische Weltbühne, gesellschaftliche und internationale Herausforderungen aufs Korn, „Doch was immer auch mag geschehen, die Erde wird sich weiter drehen.“

Präsident mit einbezogen

Die „Big Mama’s“ der Sandhase tanzten zu bekannten Schlagern und Popsongs über die Bühne. Da klatschte das Publikum gerne mit. Marion Striebich alias „Klara Kohlbecker“ eroberte die Bühne mit einem erfrischenden Vortrag, in den Präsident Kubinski mehrfach mit einbezogen wurde. „Damit er locker wird“, meinte das quirlige Energiebündel.

Viel Lob gab es von Senatspräsident Dieter Linke, Senatsvizepräsident Kurt Kubinski und Senator Klaus Schäfer für die mutige Bütt von Lorenz Seiser. Der katholische Pfarrer, der mit dem Lied „Jedes Töpfchen findet sein Deckelchen...“ ins Narrenschiff einstieg, hatte jede Menge „Kappen“– von der Bischofsmitra über den Bollenhut der Schwarzwaldmädel oder das umstrittene Kopftuch muslimischer Frauen bis hin zum von der katholischen Kirche kritisierten Kondom – im Gepäck, um am Ende doch wieder zum langohrigen „Sandhase“ zu mutieren.

Nach seinem ebenso humorvollen wie kritischen Vortrag über die Sexualmoral der katholischen Kirche in Rom und die lauwarmen Synoden der deutschen Bischöfe erhoben sich die Gäste von ihren Sitzen und belohnten seine Worte mit donnerndem Beifall.

Nach einer kurzen Pause dürfen die sechs Hofkater des KV „Bruchkatze“ Ramstein e.V. in Frack und mit Zylinder stimmgewaltig „schnurren“. Bei ihren bekannten Fasnachtsliedern klatschen, singen und schunkeln die Narren im Saal begeistert mit. Sehr zur Freude von Verena Kubinski, die das Programm zusammengestellt hatte.

Es folgte das nächste tänzerische Highlight des Abends. Doch die Bühne im Gemeindesaal erwies sich als nicht groß und hoch genug, damit sich die Aktiven-Garde der Stichler mit ihrer tollen Darbietung unter dem Motto „Love wins“ voll entfalten konnte. Bauchredner Andi (Andreas Knecht) und sein aufmüpfiger Vogel Gregor lieferten sich danach zum Vergnügen des Publikums erfrischend freche Dialoge. Elegant verpackte „Protokoller“ Alexander Fleck seine Kritik auf die große und kleine Politik in Stadt und Land. Als CDU-Stadtrat tat er des Volkes Meinung kund.

Komiker als Landfrau

Als der Ottweiler Kabarettist Jens Gabler schließlich im golddurchwirkten Kostüm mit wogendem Busen die Landfrau Herta Backes aus Ramstein-Miesenbach gibt, tobt der Saal. Aus dem Leben gegriffene Begebenheiten werden im breiten, saarländischen Dialekt überzeugend dargeboten, das beweist das herzliche Lachen eines begeisterten Publikums.

Mit einer flotten Flower Power-Choreografie der „Ladies“ vom Tanzsportverein Mannheim-Rheinau endete ein überaus kurzweiliges Programm, welches das Publikum restlos begeisterte. Doch für die närrischen Gäste war zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht Schluss. Zur flotten Stimmungsmusik von Martina Vogt wurde einfach kräftig weiter getanzt.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/Rheinau