Rheinau / Hochstätt

Ein Gewinn für Rheinau

Archivartikel

Die Schaffung von Wohnraum gilt als zentrales gesellschaftliches Ziel. Und da nimmt ein privater Investor 30 Millionen Euro in die Hand, will auf der Rheinau mit einer architektonisch attraktiven Planung 84 Wohneinheiten errichten – und der Bezirksbeirat vor Ort hat vor allem zu kritteln. Das ist unverständlich. Denn das Projekt „Wohnen am See“ in der Stengelhofstraße ist ein Gewinn für den gesamten Stadtteil.

Es ist doch toll, dass sich der Investor für sein ambitioniertes Projekt nicht die Oststadt, Feudenheim oder das Niederfeld aussucht, sondern die Rheinau – und das in einer Ecke, die baulich und soziologisch nicht ideal ist. Insofern wird dieses Vorhaben zu einer erheblichen architektonischen und sozialen Aufwertung dieses Straßenzuges führen. Dass Stefan Pfeil attraktiv bauen kann, das hat er auf dem alten Tankstellen-Areal am Karlsplatz mit dem „Rheinauer Tor“ bewiesen, das fast zu einem neuen Wahrzeichen des Stadtteils geworden ist.

Dass die Stadtteilpolitiker dennoch an dem Projekt herumkritteln, ist unverständlich. Da haben sie sich einfach das falsche Objekt für ihre Profilsuche ausgewählt. Abgesehen davon ist der Ruf nach mehr Parkplätzen auch inhaltlich aus der Zeit gefallen.

Die Krone setzt den Stellungnahmen eine Wortmeldung auf, die unter Hinweis auf die beiden anderen Großprojekte Marktplatz und Karlsplatz vor einer Überforderung des Stadtteils warnt. Da hielt es Baubürgermeister Quast sichtlich kaum noch auf seinem Stuhl. Zu Recht: Da wollen Stadt und RNV Millionen zur Attraktivierung Rheinaus investieren, und dann sowas.

Ein nicht ganz ernst gemeinter „Rat“ an die Bezirksbeiräte: Vor den nächsten Millionen rasch und laut Nein sagen. Dann hat die Rheinau ihre Ruhe. Und die anderen Stadtteile freuen sich.