Rheinau / Hochstätt

Rheinau Gewerbeverein verleiht seine höchste Auszeichnung an TSG-Chef Nikolaus Schmidt

„Einer, der unseren Stadtteil voranbringt“

Diesjähriger Träger der Ehrung „Rheinau sagt Dankeschön“ ist der Vorsitzende der Turn- und Sport-Gemeinde (TSG) Rheinau, Nikolaus Schmidt. Die Auszeichnung, längst so etwas wie die inoffizielle Ehrenbürgerschaft des Stadtteils, überreichte der Rheinauer Gewerbeverein im Rahmen seiner traditionellen Jahresabschlussfeier.

Samstagabend, 19 Uhr. Die Veranstaltung, wegen des gleichnamigen Begrüßungstrunks von den Veranstaltern bescheiden als „Punschabend“ bezeichnet, beginnt. Gekommen sind zahlreiche Mitglieder des Vereins, aber auch Gäste von außerhalb, allen voran der Vorsitzende des Gemeinnützigen Vereins Rheinau, Arthur Vogt.

Drei neue Mitglieder in kurzer Zeit

Erfreut kann die Vorsitzende Sandrina Künster in ihrer Begrüßung vermelden, dass in den zurückliegenden Tagen zwei neue Mitglieder dazugestoßen sind – und am gleichen Abend selbst der Wirt des Lokals „Bokeria“, in dem die Veranstaltung stattfindet. „Bald haben wir die magische Grenze von 100 Mitgliedern erreich“, freut sich Finanzvorstand Walter Schafar schon mal.

Höhepunkt des Abends, der von Bloomaul Joachim Schäfer mit angenehmer Hintergrundmusik gekonnt umrahmt wird, ist die Auszeichnung „Rheinau sagt Dankeschön“; seit 1987 wird sie vom Gewerbeverein an Personen verliehen, die ehrenamtlich in und für Rheinau engagiert sind und „ die unseren Stadtteil insgesamt nach voranbringen“, wie Ko-Vorstand Michael Lösch formuliert. Und das kann man vom diesjährigen Preisträger in der Tat sagen – auch und gerade, weil seine Wiege fernab von Mannheim steht.

Geboren wird Nikolaus Schmidt, von seinen Freunden Mike genannt, nämlich am 30. August 1945 im ungarischen Weindorf. Im Jahr darauf muss die Familie ihre seit Generationen angestammte Heimat verlassen. In einem Güterwagen geht es mit Vater, Mutter und zwei Geschwistern in den Odenwald und von dort aus 1953 nach Rheinau – in die Plankstadter Straße 1.

Die Freizeit verbringt er auf dem Sportplatz – bei der TSG. Die Zeiten sind hart, und so muss er den Mitgliedsbeitrag, den er nicht aufbringen kann, abarbeiten – durch Büroarbeit. Denn schon damals unübersehbar ist seine kaufmännische Begabung, dank derer er sich gepaart mit viel Fleiß nach oben arbeitet. Nach Besuch der Höheren Handelsschule Friedrich List absolviert der Industriekaufmann auf dem zweiten Bildungsweg ein BWL-Studium, ist bis zum Ruhestand bei PWC beschäftigt, dem mit 160 000 Mitarbeitern größten Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen der Welt. Wer wäre qualifizierter als er, das Mammutprojekt zu organisieren, das seinem alten Verein in den 2000er Jahren bevorsteht.

Der Richtige für das Großprojekt

Seit 2004 im Ruhestand, wird Schmidt Vorsitzender, absolviert die schwierige Fusion mit dem FC Alemania, danach den sechs Jahre währenden Bau der neuen sechs Millionen Euro teuren Vereinsanlage. Als Krönung wird im Januar 2018 die neue Halle feierlich eröffnet und von Oberbürgermeister Peter Kurz als „Visitenkarte für den Stadtteil“ gerühmt; 2019 soll hier der Rheinauer Neujahrsempfang stattfinden.

„Ich freue mich sehr über die Ehrung“, bekennt Schmidt nun. „Aber ich nehme sie auch für meinen Verein entgegen.“ Und er sieht sie nicht als Abschluss, sondern als Ansporn: „Solange ich dabei bin, werde ich dafür eintreten, dass der Verein seine soziale Verantwortung für den Stadtteil erfüllt.“ Und jeder der Anwesenden spürt, dass hier der richtige Mann geehrt worden ist.