Rheinau / Hochstätt

Rheinau Anstrengende Woche für die Siedlergemeinschaft Süd: Der Jahreshauptversammlung folgt zwei Tage danach der traditionelle Mai-Hock / Großer Andrang

Erst wird gearbeitet, dann gefeiert

Archivartikel

Maifeiertag, 12 Uhr mittags, Marktplatz Rheinau-Süd. Der Himmel ist wolkenlos, die Sonne scheint. Das große Zelt ist voll besetzt, Neuankömmlinge finden kaum Platz, immer mehr Bänke müssen herbeigeschafft werden. Der traditionelle Mai-Hock der BASF–Siedlergemeinschaft Rheinau-Süd platzt aus allen Nähten. „Im Vergleich zum Vorjahr haben wir die doppelten Portionen an Verpflegung gerichtet“, berichtet Vereinschef Hans Held: „Wir können nur hoffen, dass es reicht“, lacht er.

Am Grillstand jedenfalls bildet sich schon eine lange Schlange. Die köstlichen Steaks und Bratwürste der Metzgerei Sinn finden reißenden Absatz, ebenso wie das dazu passende Bier oder für Genießer die beliebte Erdbeerbowle. Dazu spielen die „Südstadt-Musikanten“ auf – welch passender Name für diese eingeschworene und selbstbewusste Gemeinschaft im Süden Mannheims.

Zusammenkommen als Ziel

Eines größeren Bühnenprogramms bedarf es da gar nicht. „Das Zusammenkommen soll im Vordergrund stehen“, erläutert Held. Und das gelingt. 100 Besucher fassen die Bänke. „Wenn man den Durchlauf bedenkt“, rechnet Held schmunzelnd vor, „ist fast ganz Rheinau-Süd hier.“ Verdienter Lohn für die Helfer in den einheitlichen schmucken Siedler-Sweatshirts. Viele von ihnen sind schon früh morgens dabei, als das – übrigens neue – Zelt aufgebaut wird und zum abendlichen Abbau natürlich auch. Bei der Hauptversammlung zwei Tage zuvor hat Schriftführer Sascha Sigl noch Sorgenfalten: „Je mehr Helfer, desto kürzer können wir die Schichten gestalten“ – dieser Appell wird erhört.

Überhaupt zeugt die Hauptversammlung zwei Tage vor dem Fest davon, „dass diese Siedlergemeinschaft ausgezeichnet dasteht“, wie Kreisvorsitzender Harald Klatschinsky lobt. Ob Siedlerfest oder Weihnachtsmarkt – auch die anderen Traditionsveranstaltungen kommen an, wie Vorsitzender Held berichtet. Gleiches gilt für die vom 2017 ins Amt gekommenen neuen Team unter Hans Held eingeführten Termine wie die Miljösitzung in der Fasnacht oder die Fackel- und Taschenlampenwanderung im November.

Erfolgreiche Aktivitäten

Das schlägt sich natürlich auch in der Kasse nieder, wie Schatzmeisterin Christine Kubitza berichtet. So konnten lange gehegte Wünsche erfüllt werden: Renovierung von Steinsockel und Holzzaun um das Siedlerheim, neue Eingangstür und die Abdichtung der Fenster, dazu Anschaffung eines großen Zelts.

Doch nichts ist so, dass es nicht noch besser werden könnte. Wolfgang Göck schlägt eine Art Nachbarschafts-Netzwerk vor, Anwohner der Gustav-Nachtigal-Straße beklagen die Schlaglöcher in ihrer Fahrbahn. Der Vorstand versichert, die Anliegen der Mitglieder aufzugreifen.

Gedankt wird drei Personen, die sich besonders einbringen: Maria Szram, engagierte Wirtin des Siedlerheims, Wolfgang Göck, schmissiger Moderator der Vereinsveranstaltungen, und Miriam Herre, die bei den Siedlern als Sängerin auftrat.

Die Altvorderen werden nicht vergessen. Die Jubilarehrung ist hier keine Routine – erst recht nicht angesichts der eindrucksvollen Daten: Seit 40 Jahren dabei ist Heinrich Durst, sogar seit einem halben Jahrhundert Ehrenmitglied Wolfgang Lehmpfuhl, 30 Jahre Vorsitzender: „Toll, wie es dem Vorstand gelungen ist, auch junge Leute zu gewinnen“, lobt er: „Für mich ist es die größte Freude, dass es so weitergeht.“