Rheinau / Hochstätt

Süd/Lindenhof Hitzige Diskussionen im Bezirksbeirat zu Kinderbetreuung und Rheindammsanierung

Fehlende Plätze – Eltern in Not

Archivartikel

Die erste Sitzung des Bezirksbeirates Lindenhof nach der Corona-Pause fand unter Leitung von Bürgermeisterin Felicitas Kubala (Grüne) im Ratssaal im Stadthaus N 1 statt. Auf der Tagesordnung standen unter anderem mehrere Dauerthemen, wie beispielsweise die Kinderbetreuungssituation im Lindenhof. Andrew Ballantyne vom Jugend- und Gesundheitsamt berichtete dazu: „Die Vorbereitung für den Umzug der vormals von einer evangelischen Kindereinrichtung genutzten beim Luisenpark auf den Pfalzplatz läuft.“ Gleichzeitig würden die baurechtlichen Voraussetzungen für den Aufbau der Container auf dem Pfalzplatz geschaffen.

GBG baut

Zur „Draußengruppe“ während des Baus der Kindereinrichtung auf dem Grundstück Landteil-/Waldparkstraße erklärte Ballantyne: „Träger kinderland.net wird aktuell am Standort Alberichstraße den Betrieb aufnehmen.“ Die GBG Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft wird den Bau errichten – wichtige Kriterien: Frischluftschneise, Verkehrsleitplan und Baumbesatz. Zum Zeitplan für die Nutzung der Kinderbetreuungseinrichtung Wilhelm-Leuschner Straße erklärte Ballantyne, die Stadt führe „gute Gespräch mit einem interessanten Träger“.

Bezirksbeirat Ulrich Holl (SPD) wollte wissen, wann Eröffnung auf dem Pfalzplatz ist. Michael Kost (ML) fragte, wo die Container aufgestellt werden, ob Urban Gardening auf der Bunkerdecke weichen muss. Vertreter einer Elterninitiative wiesen auf die Dringlichkeit der Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen angesichts steigender Geburtenraten hin. Manche Eltern kämen in „Existenznot“. Weil Bürger erneut bemängelten, „dass der Standort Landteilstraße der denkbar schlechteste ist“, fragte Bezirksbeirat Peter Karbstein (Grüne): „Warum diese Kinder nicht mit auf dem Pfalzplatz unterbringen?“ Ballantyne erwiderte: „Einen Kindergarten mit 100 Plätzen und die andere Einrichtung mit 30 Krippen und 80 Kindergartenkindern zusammen auf dem Pfalzplatz, wäre eine Einrichtung mit über 200 Kindern.“ Das sei weder den Kindern noch den Erziehern zumutbar.

Container werden 2021 umgesetzt

Laut Ballantyne werden die Container in der Schlussphase des Sommers 2021 umgesetzt. Zum Standort der Container auf dem Pfalzplatz erklärte Sitzungsleiterin Kubala, dass darüber noch nicht abgestimmt worden sei. „Schön wäre es, wenn man sie geschickt aufstellt, ohne die bisherige Nutzung zu gefährden, aber Kinder brauchen auch Raum, um sich zu bewegen“, so Kubala.

Ein weiteres Dauerthema ist die Rheindammsanierung. Zum aktuellen Stand erklärte die Bürgermeisterin: „Seit der letzten Versammlung mit Umweltminister Franz Untersteller gibt es keinen neuen Sachstand.“ Auf ihre Anfragen habe sich das Regierungspräsidium Karlsruhe (RP) noch mal mit der vorgeschlagenen durchgehenden Spundwand beschäftigt. Nach erster Meldung des RP sollten im Frühjahr 2020 die Planungsunterlagen eingereicht werden. „Coronabedingt soll die Einreichung jetzt im Spätherbst erfolgen“ sagte Kubala. Doch im Schreiben an eine Bürgerin habe das Regierungspräsidium seine Position noch mal bestärkt zum Hochwasserschutz. „Es sieht eine außergewöhnliche Gefährdungssituation, die den Eingriff in den Naturbestand gerechtfertigt“, so die Bürgermeisterin. Hoffnung setze sie auf die Landtagswahlen im März 2021.

Bezirksbeirat Marcus Butz (SPD) forderte die Stadt auf, „deutlich mehr Druck zu machen.“ Er hoffe auf Zusammenarbeit. Wolf Engelen (FDP) erläuterte noch einmal, warum eine selbsttragende durchgehende Spundwand, die den Erhalt von mehr als 80 Prozent des Baumbestandes ermögliche, die bessere und kostengünstigere Lösung ist.

Auch für die Bürger ist der Erhalt der Bäume eine „Herzensangelegenheit“. Doch viele befürchten, „dass deren Abholzung längst eine beschlossene Sache ist“. Bürgermeisterin Kubala erklärte: „Das Thema wird alle noch länger beschäftigen.“ Sie versprach, ihrer Nachfolgerin mitzugeben, immer im Gespräch zu bleiben.