Rheinau / Hochstätt

Rheinau Traditionelles Hase-Essen des Karnevalsvereins „Die Sandhase“ versammelt Aktive, Förderer und Freunde

Für närrisches Jubiläum gestärkt

Archivartikel

Es ist seit vielen Jahren Tradition: Einige Zeit vor Beginn der Fasnachtskampagne treffen sich die Aktiven und Mitglieder des Rheinauer Karnevalvereins „Die Sandhase“ zu einem geselligen Abend, in Anlehnung an ihren Vereinsnamen „Hase-Essen“ genannt. In lockerer Runde stimmen sie sich ein auf den baldigen Beginn der fünften Jahreszeit.

Der Gemeindesaal der Evangelischen Pfingstbergkirche ist auch diesmal gut gefüllt. Neben den Aktiven aus den eigenen Reihen kommen Vertreter anderer Mannheimer Karnevalsvereine, aber auch Repräsentanten des öffentlichen Lebens der Rheinau – angefangen von Pfarrer Lorenz Seiser von der katholischen Seelsorgeeinheit über Ralf Bastian, Leiter des Seniorenzentrums „Rheinauer Tor“, bis zu Hans Held, dem Vorsitzenden der BASF-Siedlergemeinschaft Rheinau-Süd.

Das namensgebende Gericht bereitet Kanwaljit Gill, früher Wirt des Traditions-Gasthauses „Zum Waldblick“ auf dem Pfingstberg. Doch auch nach seinem Wechsel ins „Reiterstübel“ nach Neckarau ist die Verbindung der „Sandhase“ zu ihm eng. Bereits zum fünften Mal kocht er daher auch in diesem Jahr für Rheinaus Karnevalisten das Hase-Essen.

Für diejenigen, die das possierliche Tierchen nicht auf dem Teller haben, aber dennoch an diesem geselligen Abend teilnehmen möchten, hat das Küchenteam natürlich eine Alternative vorbereitet: Krustenbraten. Die Weine dazu – Dornfelder und Spätburgunder, Blanc de Noir und Riesling – stellt der Pfälzer Winzer Peter Stapf, den meisten hier als früherer Stadtprinz ein Begriff.

Gewohnt humorvoll nimmt Holger Kubinski, der Chef des Vereins, an der Seite von Sitzungspräsident Manfred Schenck die Begrüßung der Gäste vor. Er dankt allen Helfern, die diesen Abend erst möglich machen, sowie den Förderern, die darüber hinaus den Verein stets unterstützen. So aktuell Hans-Peter und Andrea Kull, von denen die neuen einheitlichen Sweatshirts der Aktiven gesponsert werden: „Auch wir Sandhase arbeiten an unserer Corporate Identity“, scherzt Holger Kubinski.

Michael Kußmann begeistert

Weitere Reden gibt es ebensowenig wie ein großes Rahmenprogramm; das Gespräch miteinander soll im Zentrum des Abends stehen. Dennoch tritt normalerweise das Tanzmariechen der befreundeten Narrengilde „Pilwe“ aus dem benachbarten Neckarau, Annalena Dürr, bei dieser Gelegenheit auf – diesmal aber nicht: „Sie hat sich Ende letzter Kampagne verletzt“, erinnert Kubinski, „ist aber schon wieder am Trainieren, so dass wir uns in der Kampagne 2019 auf sie freuen dürfen.“

Für sie eingesprungen ist einer, für den der Auftritt an diesem Abend ebenso eine Reise in die Vergangenheit darstellt wie für manche im Publikum: In den 1980er Jahren trat Michael Kußmann bei den „Sandhase“ als „Mister Trumpet“ auf – als Trompeter ohne Trompete, der den Sound dieses Instrumentes alleine mit Lippenbewegungen nachahmt.

Für seinen jetzigen Auftritt hat sich Kußmann „Amazing Grace“ ausgesucht. Und als der sympathische Mann, der inzwischen vor allem durch sein Engagement in der katholischen Seelsorgeeinheit bekannt ist, den deutschen Text „Ein schöner Tag ward uns beschert“ intoniert und danach die Trompete imitiert, da ist es im Saal so still, dass man die sprichwörtliche Stecknadel hätte fallen hören können. Begeisterter Applaus ist ihm daher gewiss.

In den Gesprächen im Anschluss steht die anstehende Kampagne im Mittelpunkt, mit der die 1963 ins Leben gerufenen „Sandhase“ ihr närrisches, 55. Jubiläum feiern und die Stadtprinzessin stellen werden.

So sind Neugierde und Vorfreude schon groß. Und mancher versucht, von den Aktiven Informationen über die Glückliche herauszubekommen, die das Zepter tragen wird. Doch die Verantwortlichen halten dicht.

Lediglich der zeitliche Ablauf ist klar: Am 10. November wird die Kampagne im „Krautwickel“ eröffnet, am 17. November folgt die Inthronisation im Festsaal des Großkraftwerkes Mannheim. Die Spannung bleibt also weiter erhalten.