Rheinau / Hochstätt

Rheinau-Süd Post-AG rechtfertigt Schließung der Agentur

Gespräche ja, Änderung nein

Die Deutsche Post AG ist bereit, auch vor Ort in Rheinau über die Postversorgung im Stadtteil zu diskutieren. Dies erklärte das Unternehmen in einem Schreiben an die Rheinauer SPD-Ortsvereinsvorsitzende Ulrike Kahlert und Stadtrat Thorsten Riehle. Diese hatten zuvor in einem Schreiben an den Post-Konzernchef Frank Appel die kürzliche Verlegung der Postagentur von Rheinau-Süd nach Brühl-Rohrhof beklagt. Eine Änderung ihrer Politik lehnte das Unternehmen jedoch strikt ab.

„Es freut uns, dass Ihnen die Versorgung mit postalischen Dienstleistungen sehr wichtig ist“, heißt es in dem Schreiben der Abteilung „Politik und Regulierungsmanagement.“ „Allerdings“, so wiederholt das Unternehmen seine weithin bekannte Argumentation, „haben sich das Konsum- und Einkaufsverhalten der Menschen in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt.“

Konkret heißt es in dem Schreiben: „Es werden weniger Briefe geschrieben, die Menschen sind grundsätzlich mobiler geworden, und viele erledigen ihre Postgeschäfte da, wo sie arbeiten“, begründet die Post die Ausdünnung ihres Netzes gerade in reinen Wohngebieten.

„All dies kann man beklagen, aber es ist Realität, vor der auch die Deutsche Post die Augen nicht verschließen kann.“ Daher habe sie vor zehn Jahren beschlossen, keine eigenen Filialen mehr zu betreiben, sondern ihre Dienstleistungen mit Partnern anzubieten: „Diese Entscheidung war aus Sicht der Kunden positiv.“

Und zu Rheinau: Zwar sei die von der Postbank betriebene Filiale in der Neuhofer Straße im vergangenen Jahr geschlossen worden; doch erstens sei dies eine eigenständige Entscheidung der Postbank, auf die die Post AG keinen Einfluss habe; und zum zweiten habe die Post AG dafür das Angebot in ihrer Filiale in der Relaisstraße 88 verbessert. Und in Rheinau-Süd werde die gesetzlich erlaubte Entfernung eines Wohngebietes zu einer Postagentur auch nach deren Verlegung nach Brühl-Rohrhof eingehalten.

Fazit: „Aus unserer Sicht können wir den Eindruck, die Post würde die Präsenz vor Ort immer weiter einschränken, nicht nachvollziehen.“