Rheinau / Hochstätt

Rheinau-Süd Tauchsportclub mit 16 Mitgliedern am Rheinauer See im Einsatz

Helfer sagen Müll den Kampf an

Knapp fünf Grad Außentemperatur, Regen und Wind: Nicht gerade besonders angenehme Temperaturen für einen Aufenthalt im Freien. An die Arbeit in eisigem Gewässer ist gar nicht zu denken. Doch genau das machen die Mitglieder des 1. Mannheimer Tauchsportclub – und das auch noch freiwillig. Sie treffen sich zur alljährlichen „See-Putzaktion“ und steigen in den Rheinauer See.

Lisa und Rudi Weiler kommen bei jedem Wetter. Sie lassen sich nicht abschrecken. „Wir haben schon eine Menge rausgeholt, zwei Container voll“, erzählen sie auf dem Weg vom Parkplatz runter zum Seeufer. „Bei wundervollem Wetter kommen die Leute ja, aber so eine Witterung mit Dauerregen und eisigem Wind, das haben wir hier noch nie erlebt“, sagten sie.

Es ist kurz nach 10 Uhr am Samstagmorgen. Mittlerweile sind zwölf Vereinsmitglieder am See eingetroffen. „Der Rheinauer See ist gewissermaßen das Hausriff unseres Vereins, für den wir die Patenschaft übernommen haben“, erklärt Anne Pietsch. Sie ist die Vorsitzende des 70 Mitglieder zählenden Mannheimer Tauchsportclubs.

Regelmäßiger Reinigungseinsatz

Die Taucher reinigen den See regelmäßig zu Beginn der Saison von illegal entsorgtem Müll. Dabei haben sie schon so manches aus dem See gefischt: Fahrräder, Tretroller, Tresore und Einkaufswägen sind keine Seltenheit. „Doch nur neue Einkaufswägen werden aus dem See geholt“, erzählt die Vorsitzende. Alte, korrodierte und schon mit Wasserpflanzen bewachsene Exemplare blieben unten auf dem Grund des bis zu 20 Metern tiefen Sees.

Die alten Einkaufswägen dienten den Fischen als Laichplatz. Und genau den Fischbestand, der immer stärker abnehme, gelte es zu schützen, erklärt der 2. Vorsitzende, Andreas Eder. Früher habe es hier am See noch einen Anglerverein gegeben, der regelmäßig für einen Neubesatz gesorgt habe. Doch seitdem nur noch Tageskarten für Angler ausgegeben würden, gebe es kaum noch Barsche, Hechte oder Aale im Rheinauer See. Das mindere nicht zuletzt auch das Taucherlebnis.

Mit einem Schlauchboot geht es die flache Böschung hinunter zum Seeufer. Stefan Brüggemann und die anderen Taucher holen Gartenstühle, Fässer und einen Einkaufwagen aus dem Wasser. Im Gebüsch am Seeufer liegen ein Grill, Kunstrasen und Styroporplatten, aber vor allem viele Glas- und Plastikflaschen. „Nicht nur im Meer gibt es das Problem mit dem Plastik“, bedauert Pietsch. Die Flaschen würden nach dem Picknick einfach fallen gelassen und vom Wind in den See geweht. „Dabei gibt es genügend Müllbehälter rund um den See“, sagt die Vorsitzende. Überall liegen Kronkorken und Zigarettenkippen herum. „Die Metallverschlüsse sind für Badenden im Sommer immer ein großes Verletzungsrisiko“, so Pietsch.

Nach vier Stunden sind die von der Stadt gestellten Container gefüllt und die insgesamt 16 fleißigen Helfer freuen sich schon auf die Bratwurst und wärmende Getränke, die unter den aufgestellten Pavillons am Ufer serviert werden.