Rheinau / Hochstätt

Rheinau Zum Tod von Hans Sommer, dem ehemaligen Leiter des Polizeireviers im Stadtteil / Privat ein begeisterter Angler

In Dienst und Ehrenamt engagiert

Archivartikel

Es kommt nicht oft vor, dass der Tod einer Persönlichkeit an ganz unterschiedlichen Orten betrauert wird. Bei Hans Sommer ist dies der Fall: Die Rheinauer betrauern den Chef ihres Polizeireviers aus den 1960er Jahren, die Menschen in der Neckargemeinde Ilvesheim den Begründer ihres legendären Fischerfestes.

Hans Sommer, am 25. August 1925 in Iglau in Mähren geboren, erlebt Kriegsdienst und Gefangenschaft, aus der er in Dettum bei Braunschweig entlassen wird. Durch einen Kriegskameraden findet er eine Stelle als Gärtner bei Thurn und Taxis in Niederbayern.

Später zieht er zu seinen Eltern nach Ilvesheim und arbeitet in der Baumschule Blatt in Ladenburg, absolviert im Kreislehr- und Versuchsgarten in Ladenburg eine Prüfung als Obstbauer. 1954 wechselt er in den Polizeidienst, wird in verschiedenen Revieren in Mannheim tätig. Nach Ausbildung für den höheren Dienst wird er 1963 Chef des Reviers in Rheinau, das damals als „V. Revier“ firmiert und noch in der Neuhofer Straße 39 residiert. Nach seiner Rheinauer Zeit ist er 1977 zuständig für den Freiwilligen Polizeidienst, bis er 1978 in den Ruhestand tritt.

Bekannt ist Sommer nicht nur als Polizeibeamter auf der Rheinau und in Mannheim, sondern darüber hinaus in der gesamten Region auf Grund seines ehrenamtlichen Engagements, nämlich als langjähriger Vorsitzender des Angelsportvereins Ilvesheim und Gründer des dortigen weithin bekannten Fischerfestes.

1952 wird Sommer mit nur 27 Jahren als bisher jüngstes Mitglied zum Vorsitzenden des Angelsportvereins Ilvesheim gewählt und leitet die Geschicke dieses Vereins fast vier Jahrzehnte lang – bis 1989. Sein Engagement spricht sich bald herum. So wird Sommer auch Vizepräsident des Badischen Sportfischerverbandes und als solcher Vorreiter für professionelle Ausbildung mit Lehrgängen und Prüfungen.

In Ilvesheim ist er 1970 Initiator des Insel-Fischerfestes, das bald in der gesamten Region zum festen Begriff wird. Als am 31. Mai dieses Jahres die 50. Auflage dieser Traditionsveranstaltung gefeiert wird, da ist er natürlich als Ehrengast mit dabei.

Nach seinem Umzug nach Käfertal pflegt er lange Zeit liebevoll seine Frau Lilli, deren Tod 2015 für sein Leben eine tiefe Zäsur darstellt. Abstand und Erfüllung findet er weiter beim Angeln an „seinem“ Weiher. Hier erleidet er im Juli einen Schlaganfall, von dem er sich trotz schneller Hilfe nicht mehr erholt: Am 8. Oktober stirbt er im Alter von 94 Jahren.

Am vergangenen Mittwoch wird er auf dem Friedhof seines Wohnortes Käfertal zu Grabe getragen – begleitet von zahlreichen früheren Kollegen aus dem Dienst sowie vielen Freunden aus seinem Verein.