Rheinau / Hochstätt

Rheinau Feuerwerk der guten Laune bei den Sandhase

Kurzweilige Sitzung mit Stars der Fasnacht

Als die die Frauengruppe der „Ladies“ des Tanzsportvereins Rheinau (TSV) rassige spanische Tänze auf das Parkett der Bühne im Gemeindesaal von St. Konrad legten, da sprengten sie fast die Bühne. Die war einfach fast zu klein, um die Truppe „tanzen“ zu lassen. Aber der laute Ruf nach einer Zugabe wurde von Präsident Holger Kubinski und Sitzungspräsident Manfred Schenck erhört. Beide hatten zuvor die über vier Stunden dauernde närrische Sitzung des 1. Rheinauer Carnevalvereins souverän geleitet und in angenehmer, lockerer Atmosphäre durch ein abwechslungsreiches Programm geleitet, das für Augen und Ohren wahre Höhepunkte der Pfälzer Fasnacht zu bieten hatte.

So war es nach dem Auftritt der Frauengruppe auch nicht verwunderlich, dass die Zugabe mit einem stürmischen „Olé“ gefeiert wurde. So mancher war da selbst in Stimmung geraten, dass er das vielleicht ein wenig eingerostete Tanzbein zu schwingen begann, denn Alleinunterhalterin Martina Vogt sorgte von da an dafür, dass die Nachtschwärmer noch lange nicht nach Hause mussten.

Hohe Gäste zu Besuch

Auch die Bar hatte noch einiges zu bieten, so dass es bestimmt nicht langweilig wurde. Überhaupt herrschte im vollbesetzten Saal eine ungezwungen fröhliche Stimmung, die sich zwanglos vom Publikum auf die Akteure und umgekehrt übertrug. Eine Polonaise durch den Saal trug ein Übriges dazu bei, dass hier nur gute Laune verbreitet wurde.

Doch nun berichten wir erst einmal der Reihe nach. Sei es, dass der Präsident zu früh oder das Stadtprinzenpaar zu spät da war. Jedenfalls wollte der Präsident zahlreiche Gäste aus Politik und Gesellschaft begrüßen. Da erschienen die hohen Gäste in der Eingangstür. Sofort standen alle von ihren Stühlen auf, um den Einmarsch würdevoll zu gestalten. Besonders für Daniela I. war es ein sehr emotionaler Auftritt, ist sie doch die Prinzessin der Sandhase Rheinau. Aber ihr gelang der Spagat zwischen Würde und Spaß einmal mehr ohne jeden Patzer.

Dirk II. von Cosmopolitanien und Prinz des Großen Feuerio erwies sich einmal mehr als erfahrener Dirigent seines Mottos. „Das Publikum tut mir stets gut, die Rampensau liegt mir im Blut“, ließ er das Publikum wissen. Er entdeckte im Saal auch eine alte Bekannte, seine damalige Prinzessin Jennifer I., schließlich herrschte er in der Kampagne 1999/2000 schon einmal auf dem Thron der Narhalla Ketsch.

Der „Gefangenenchor“ der Sandhase, bestehend aus Elferrat und Senatoren gab das Lied der Sandhasen zum Besten „Ja, ja drum tretet ein, wer möchte da nicht ein Sandhase sein“, heißt es da im Refrain.

Das Funkentanzmariechen der Pilwe, Anna- Lena Dürr, schwebte geradezu grazil mit ihren akrobatischen Einlagen über die Bühne. Ein erste Ausrufezeichen setzte der Hofnarr der Ramsteiner Bruchkatzen, Andreas Franz, ein Star der badisch-pfälzischen Fasnacht. Mit gewohnt geschliffenen Worten und spitzer Feder zog er über die Politik her. Merkel, Trump oder Erdogan, Klimawandel oder Pflegenotstand wurde da mit Spott bedacht, immer wider betonte der Narr an sein Publikum gerichtet: „Die Zukunft liegt in Eurer Hand.“

Die Schautanzgruppe der „Big Mama’ssetzte ein deutliches Zeichen für die Augen. Pfarrer Lorenz Seiser beklagte in einer außergewöhnlichen, mindestens aber etwas anderen, Büttenrede als „Stattprinzessin“ die Regelwut der Deutschen.

Horst Karcher sorgte mit seiner Quetschkommode mit seltener gespielten und gesungenen Liedern für Stimmung im Saal. Mr. „Pudelnaggisch“ wurde ein Zugaben abgerungen. Etwas schwächer dagegen war das „Duo Infernale“ der Sandhöfer Stichler (Dagmar Karcher und Ingrid Schäfer), die doch mit abgedroschenen Witzen aufwarteten.

Klara Kohlbecker (Marion Striebich) mischte mit einem leicht naiven, aber gut inszenierten, Beitrag den Saal wieder auf, obwohl sie einmal aus dem Tritt geriet und beinahe stürzte.

Schautanz der Stichlergarde

Die Hofkater der Ramsteiner Bruchkatzen setzten den musikalischen Höhepunkt des Abends – eine Augen- und Ohrenweide. Die Aktiven-Garde der Stichler bekannte sich mit ihrem gekonnten Schautanz eindeutig zum Tierschutz.

Der Ehrensenator der Sandhase Alexander Fleck lief mit seiner Bütte in diesem Heimspiel geradezu zur Hochform auf und band das Publikum immer wieder in seine Dichtkunst ein.

Ein letzte Mal hieß es „Sanhase hopp, hopp hopp“, als die die „Ladies“ des TSV den Schlusspunkt der kurzweiligen Närrischen Sitzung lieferten.

Info: Fotostrecke unter www.morgenweb.de/rheinau