Rheinau / Hochstätt

Rheinau Mädchen und Jungs rücken zu Übung aus und gießen 50 Pflanzen / Wasserwerfer und Schläuche im Einsatz

„Löschangriff“ auf Apfel- und Birnbäume

Eine zündende Idee, eine Gruppe junger Helfer, die sie in die Tat umsetzt und eine kühle Überraschung zum Schluss: Elf Mädchen und Jungs von der Jugendfeuerwehr Rheinau sind zu einem ungewöhnlichen Einsatz auf der Streuobstwiese der SPD ausgerückt. Denn auch im Rheinauer Wald leidet die Natur unter der langanhaltenden Trockenperiode. Und so hieß das Motto jetzt nicht „Brand löschen“, sondern „Pflanzen wässern“. Rund 50 Apfel- und Birnbäume waren das Ziel der Aktion mit Doppeleffekt.

„Denn erstens ist das eine tolle Möglichkeit, einen Löschangriff zu üben“, versicherte der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Michael Scherb. Zum anderen freut sich die Natur über die willkommene Wasserspende. „Für uns ist das eine Unterstützung“, sagte SPD-Ortsvereinsvorsitzende Ulrike Kahler, die um Hilfe für die Bäume gebeten hatte: „Denn unsere Pumpe ist doch relativ klein.“

Und so rückte die Feuerwehr mit einem Tanklöschfahrzeug samt 3000 Litern Wasser an. Vor Ort lernten die Mädchen und Jungs im Alter von zehn bis 16 Jahren die Grundzüge der Löschtechnik kennen. Dabei kamen unterschiedliche Schläuche und ein Wasserwerfer zum Einsatz.

Pitschnasses Finale

Und wie viel Liter lebenswichtiges Nass hat da jeder Baum abbekommen? „Mehr nach Gefühl, aber so viel, dass halt jeder ordentlich was hat und eine Weile damit klar kommt“, berichtet der zwölfjährige Konrad-Duden-Realschüler und Feuerwehrjugendsprecher, Leon Scherb. Ihm ist es zu einem großen Teil zu verdanken, dass die Jugendfeuerwehr nach einer langen Periode mit immer weniger Mitgliedern, seit einiger Zeit wieder mit zwölf Mädchen und Jungs aktiv ist. Vor etwas mehr als einem Jahr hatte er die Idee, die Jugendarbeit der Feuerwehr auf der Rheinau wieder aufleben zu lassen. Mit Hilfe seiner Stellvertreterin Leonie Werle (14) warb er bei Mitschülern, Freunden, deren Geschwistern und startete Facebook-Aufrufe. Seine Antriebsfeder: „Es macht mir einfach Spaß zu helfen, was Gutes zu tun, draußen zu sein. Viel mehr als nur vor dem PC zu hocken.“

„Die Aktion hat jedenfalls nicht nur uns, sondern auch den Kindern Spaß gemacht“, bestätigt auch der Vize-Vorsitzende der SPD-Rheinau, Thorsten Riehle.

Zum Schluss gab es noch eine ganz besonders nasse Belohnung: eine Wasserschlacht. Und wer bekam die meisten Treffer ab? „Wer wohl?“, räumt Feuerwehrkommandant Scherb lachend ein: „Natürlich ich.“ Nachdem sich die Mädchen und Jungs gegenseitig nass gespritzt hatten, war Scherb, begleitet von dem „Alle auf Michael“-Rufen das beliebteste Ziel.

Der nimmt es mit Humor: „Das war in erster Linie eine super Abkühlung – und schließlich kein Drama, sondern nur Wasser.“