Rheinau / Hochstätt

Rheinau Kinder und Jugendliche präsentieren Lokalpolitikern ihre Vorschläge für ein besseres Leben vor Ort

Mehr Sportangebote und weniger Müll

Archivartikel

Mehr Freizeitmöglichkeiten, einen funktionierender ÖPNV und mehr Sauberkeit: Das wünschen sich Mädchen und Jungs auf der Rheinau. Bei der Stadtteilversammlung im Nachbarschaftshaus unter Leitung von Urs Südhof vom 68DEINS! Kinder- und Jugendbüro wurden die Ergebnisse den zahlreich gekommenen Kommunalpolitikern, Eltern und Vertretern verschiedener Einrichtungen vorgestellt. Die Resultate stammen aus fünf Foren im Schifferkinderheim, in der Konrad-Duden-Schule, in der Rheinaugrundschule und SBBZ, bei den Pfadfindern Lorient und im Nachbarschaftshaus sowie im Jugendtreff Zündholz.

Saubere Spielplätze

Eine Forderung der Konrad-Duden-Realschüler Demirkan (13), Taylan (14), Furkan (14) und Jennifer (14) war „mehr und bessere Sport- und Freizeitmöglichkeiten“, beispielsweise durch eine Skatebahn, ein Basketballfeld und „Chillplätze“ sowie mehr und bessere Öffnungszeiten beim Nachbarschaftshaus für Kinder ab 14 Jahre.

Tanja und Mario von der Rheinauschule SBBZ wünschten sich darüber hinaus ein Kino, eine Bar und eine Disko im Nachbarschaftshaus. Weitere Wünsche der Schüler waren saubere und attraktivere Spielplätze auch für größere Mädchen und Jungs und dass die Kinder bei der Gestaltung mitsprechen dürfen.

Kritisiert wurden der Müll und die Verschmutzung durch Hundekot auf Straßen, Gehwegen und im Rheinauer Wald. Die Pfadfinder Lorient forderten zudem die Entfernung des Altglascontainers am Distelsand 9a, wegen Verschmutzung im Umfeld und gefährlicher Glasscherben. Vorschläge der Konrad-Duden-Realschülerinnen Jemimah (13) und Ana (12) waren mehr Müllbehälter und Hundekottütenspender. Außerdem wollen sie eine AG gründen, die sich für mehr Sauberkeit im Stadtteil einsetzt. Ein Problem auf dem Schulweg sind die nicht abgestimmten Verbindungen von Bus und Bahn. Marco vom Jugendtreff Zündholz (18 Jahre) berichtete: „Bus und Bahn der Linien 41 und 1 kommen immer zu spät.“ Die Busse, die sonntags und am Morgen fahren, seien auch oft zu klein – Leute müssten dann warten auf die nächste Bahn.

„Manche Busfahrer fahren einfach weiter, obwohl man den Knopf drückt“, bemängelten Marco, Sarah und Maria. Die Busse und Bahnen sollten auch am Sonntag alle zehn Minuten fahren. Außerdem fehlten an manchen Haltestellen (beispielsweise Isarweg) Sitzgelegenheiten.

Stadtrat Raymond Fojkar (Grüne), die Bezirksbeiräte Ulrike Kahlert und Hans-Joachim Rickel (beide SPD) sowie Wolfgang Göck und Alisa Butterbach (beide CDU) waren beeindruckt von der immensen Arbeit, welche die Jugendlichen in ihre Präsentationen gesteckt hatten, aber auch, dass sie nicht nur viele Wünsche äußerten, sondern gleichzeitig Vorschläge und Ideen zur Lösung der Probleme machten. Ulrike Kahlert erklärte: „Das habt ihr prima gemacht, echt Spitze und auch die Lösungsvorschläge sind super.“

Wegen eines neuen Standortes für den Glascontainer würden sie eine Anfrage schreiben und sich auch für mehr Hundekottütenspender einsetzen. „Allerdings müssen dann auch Paten zur Auffüllung der Hundekottütenspender gefunden werden“, meinte Wolfgang Göck. Er fand auch den Vorschlag von Nicole (12) und Sophie (17) aus dem Schifferkinderheim für eine Hundewiese „interessant“.

Schicksal des Relaishauses

Auf die Frage von Xena (16), was mit dem abgebrannten Relaishaus geschehen wird, erwiderte er: „Das ist auch für uns Politiker ein großes Problem, das nicht einfach zu lösen ist.“

Die Bezirksbeiräte luden die Kinder und Jugendlichen ein, am Mittwoch, 29. Mai, um 19 Uhr, mit ihren Anliegen und Plakaten zur Bezirksbeiratssitzung im Nachbarschaftshaus zu kommen, „damit das noch mehr Menschen mitbekommen, was Euch bewegt“.