Rheinau / Hochstätt

Rheinau Zum Tod von Werner Stückle, Mitbegründer und viele Jahre stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins

Ortsgeschichte als Passion

Wenn dereinst die Geschichte der Geschichtsschreibung in Rheinau geschrieben wird, dann wird sein Name darin einen festen Platz haben. Mehr als drei Jahrzehnte lang sammelt, archiviert und bearbeitet er Zeugnisse der Vergangenheit seines Vorortes, ist aber auch anderen, die über den Stadtteil forschen und schreiben, hilfreich, auch wenn die Gesundheit seinem Tatendrang zuletzt enge Grenzen setzt. Nun ist Werner Stückle, Mitbegründer und viele Jahre stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins Rheinau, im 85. Lebensjahr verstorben.

Geboren wird der passionierte Rheinauer am 5. September 1934 aber in Singen am Hohentwiel, geht in Konstanz zur Schule, wo der Vater, von Beruf Eisenbahner, stationiert ist. Als dieser 1942 nach Mannheim, an den Rangierbahnhof, versetzt wird, nimmt die Familie ihren Wohnsitz in der Eisenbahnersiedlung auf dem Pfingstberg, genauer gesagt in der Frühlingstraße 35.

Der kleine Werner besucht die Rheinauschule – zunächst beim Lehrer Kamp, bald beim Lehrer Vitus Gremm, dem späteren Stadtrat. Im Anschluss beginnt er eine Ausbildung als Chemiewerker bei der Firma Th. Goldschmidt, bei der er bis zu seinem Vorruhestand 1992 tätig bleibt. Die letzten fünf Jahre ist er zugleich Mitglied des Betriebsrates für die 300 Beschäftigten; der Verkauf der Werkswohnungen ist damals ein Thema, das ihn sehr beschäftigt.

Schon früh engagiert

Schon früh ist Werner Stückle ehrenamtlich engagiert, nach dem Kriege in der katholischen Jugend auf dem Pfingstberg. Unter der Leitung von Pfarrer Marder wird Theater gespielt, so mancher Ausflug gemacht, an den er noch lange gerne denkt.

Mit anderen an der Heimatgeschichte Interessierten gründet Stückle 1982 den Heimatverein Rheinau/Pfingstberg. Von Anfang an gehört er als Beirat dem Vorstand an (anfangs unter dem Vorsitz von Rolf Armbruster), wird 1986 Schriftführer, 1996 stellvertretender Vorsitzender; dieses Amt hat er bis vergangenes Jahr inne. Er engagiert sich für den historischen Bildband von 1988 und seither für den jährlichen historischen Kalender, den er gemeinsam mit Gerd Bredebusch herausgibt.

Neben der Heimatgeschichte zählen Briefmarken, Postkarten, Bücher und Bierkrüge zu seinen Hobbys – irgendwie also alles Dinge im Zusammenhang mit Geschichte, die seine eigentliche Passion bleibt. Bis zuletzt verfolgt er interessiert den Neubeginn „seines“ Vereins unter einem neuen, jungen Vorstand.

Wie es weitergeht, kann er nicht mehr begleiten: Er starb am 1. Februar im 85. Lebensjahr nach langer, schwerer Krankheit. Die Trauerfeier findet statt am Freitag, 15. Februar, 11 Uhr, auf dem Friedhof Rheinau.