Rheinau / Hochstätt

Hochstätt Im Dezember soll eine Kindertagespflegeeinrichtung im Karolinger Weg 24-26 eröffnet werden

Stadt überbrückt Versorgungslücke

Archivartikel

Die Situation der Kinderbetreuung im Ortsteil Hochstätt soll sich allmählich verbessern. Die Zeit bis zur Inbetriebnahme der geplanten neuen dreigruppigen Einrichtung im Juni 2020 wird bereits ab Dezember diesen Jahres mit einer Kindertagespflegeeinrichtung in einer Wohnung im Karolinger Weg überbrückt. Dies gab die Stadtverwaltung auf der jüngsten Bezirksbeiratssitzung des Stadtteils Seckenheim im Gemeinschaftszentrum Hochstätt bekannt.

Die unzureichende Betreuungssituation auf der Hochstätt beschäftigt Bürger, Kommunalpolitiker und Verwaltung seit langem. Seit Jahren fehlen auf der Hochstätt überdurchschnittlich viele Krippen- und Kindergartenplätze; dabei sind sie gerade in diesem Stadtteil auf Grund seiner Sozialstruktur notwendig.

Lebenshilfe-Projekt gescheitert

Ursprünglich hatte die Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung auf der Hochstätt die Ansiedlung einer inklusiven Einrichtung geplant, die in ihrem Konzept nicht nur pädagogisch wegweisend gewesen wäre, sondern auch den Bedarf an Krippen- und Kindergartenplätzen vor Ort gedeckt hätte. Aus finanziellen Gründen gab die Lebenshilfe diesen Plan jedoch Ende 2017 auf. Bürger, Kommunalpolitik und Verwaltung mussten mit ihren Überlegungen wieder bei null beginnen.

Auf Grund der Situation auf der Hochstätt entschloss sich die Stadt schließlich, selbst eine neue Einrichtung zu errichten und zu betreiben. Ihr Standort sollte auf dem Gelände des bisherigen Katholischen Kindergartens im Wasengrund 21 sein. Die Kirchengemeinde möchte nämlich ihre zweigruppige Einrichtung ohnehin aufgeben, da sie die dringend notwendige bauliche Generalsanierung finanziell nicht stemmen kann.

Problem: Der neue Kindergarten, den die Stadt bauen will, wird erst im Jahre 2023 fertig. Und selbst das Provisorium in Containern kann erst im Juni kommenden Jahres an den Start gehen. Doch was geschieht bis dahin mit den unversorgten Kindern?

Und davon gibt es eine ganze Menge, wie die offiziellen Zahlen offenbaren: Derzeit fehlen, wie Andrew Ballantyne vom Jugendamt in der jüngsten Bezirksbeiratssitzung mitteilte, auf der Hochstätt 17 Kindergarten- und fünf Krippenplätze.

Nach Meinung von Bürgern aus dem Ortsteil selbst ist der Bedarf dagegen sogar noch höher. Dies zeigt ein Grundproblem, das bei den Zahlen zum Bedarf an Krippen- und Kindergartenplätzen in der gesamten Stadt besteht: Aus organisatorischen Gründen können diese nur zu Stichtagen, nämlich alle drei Monate, erhoben werden; die Daten, über die auf der Hochstätt derzeit diskutiert werden – auch auf der jüngsten Bezirksbeiratssitzung – , stammen also vom 1. Juli. „In regelmäßigen Treffen mit anderen Trägern versuchen wir, den Bedarf abzugleichen“, erläutert Ballantyne. Komplett klappt das nicht. Dennoch kann niemand den aktuellen Bedarf übersehen. Die Stadt versucht auch, diesem Mangel mit einem Bündel von Maßnahmen beizukommen. Ab Dezember geht in Zusammenarbeit mit dem Schifferkinderheim ein Kindertagespflege-Angebot in einer Wohnung im Karolinger Weg 24-26 an den Start.

Drei Kita-Gruppen ab Juni 2020

Parallel dazu beginnt im Januar für 800 000 Euro der Bau von Containern für den dreigruppigen Kindergarten, der im Juni 2020 seine Arbeit aufnehmen wird. Er nimmt dann sowohl die beiden Gruppen aus dem Katholischen Kindergarten auf als auch eine zusätzliche neue, die die Stadt schon jetzt einrichtet.

Parallel dazu beginnt auf dem Gelände des Katholischen Kindergartens der Neubau jener Einrichtung, die von der Stadt betrieben wird. Sie soll sieben Gruppen umfassen – drei Krippen- und vier Kindergartengruppen. 2023 geht sie in Betrieb.

Der erste Schritt zu diesem Gesamtkonzept wird also die Bereitstellung der Kindertagespflege. Mit ihr wird zumindest ab Dezember die Lücke bis zum Bezug des Provisoriums im Juni 2020 überbrückt.

Damit ist nun eine Lösung in Sicht. „Das ist ein deutlicher Schritt nach vorn“, meint Stadtrat Thorsten Riehle (SPD): „Das sind richtig gute Nachrichten, dass sich da schon jetzt was tut.“ „‘Schon‘ ist gut“, meint ML-Stadtrat Holger Schmid süffisant: „‘Endlich‘ wäre richtiger.“