Rheinau / Hochstätt

Rohrhof Die mobile Fußballschule der SV-Versicherung gastiert beim SV Rohrhof / Guido Buchwald gibt Tipps

Trainingsstunde bei einem Weltmeister

Fynn nimmt sich einen der vielen Bälle. Er trippelt gekonnt um ein paar Hütchen und dann schießt er auf das Tor. Nicht jeder Schuss trifft. Aber es wird von Mal zu Mal besser. Alle 42 Kinder, die an der Fußballschule der SV-Versicherungsgruppe auf dem neuen Kunstrasenplatz teilnehmen, sind mit Feuereifer dabei, so wie der zehnjährige Fynn. Es gibt auch einige Eltern und Trainer, die das Geschehen vom Seitenrand mitverfolgen. Und dann steht da mittendrin noch der eigentliche Star des Trainings: Guido Buchwald, Weltmeister mit der deutschen Nationalmannschaft im Jahr 1990.

„Man kann das nicht immer uneingeschränkt sagen. Aber das hier in Rohrhof ist eine gute Truppe. Die Kinder sind engagiert. Sie hören zu und setzen das um, was man ihnen beibringen möchte“, so der einstige Innenverteidiger. Dribblings, Sprints und Torabschlüsse: All das ist nichts wirklich Neues für die kleinen Kicker im Alter zwischen sechs und 14 Jahren. Die meisten von ihnen spielen bereits in einem Verein, vor allem beim SV Rohrhof.

Das Besondere an diesem Vormittag: zu den Trainern gehören eben Guido Buchwald, Herbert Appel und Wolfgang Bartusch. Vom Weltmeister bis zum örtlichen Fußballstar und vor allem erfahrenen Fußballlehrer ist hier alles vertreten. Die Jungs und Mädchen verfolgen das, was sich auf dem Platz abspielt konzentriert und versuchen, die Übungen nachzumachen. „Das soll auch Motivation für die Vereine geben, damit diese unser Engagement sehen und damit mehr Kinder in die Vereine gehen,“ so Buchwald: „Die Kinder bekommen viele neue Eindrücke. Das macht einfach Spaß.“ Buchwald grinst und sagt: „Selbst die Eltern haben etwas von der Fußballschule, denn am Abend sind alle müde und gehen früh ins Bett.“

Schließlich wollen alle am anderen Tag noch einmal trainieren. „Die mobile Fußballschule haben wir jetzt zum zweiten Mal hier. Das kommt bei den Kids sehr gut an“, erklärt Daniel Bittmann, der Trainer der D-Jugend ist.

Lehrer mit Dribbel-Erfahrung

„Das macht sehr viel Spaß“, ist auch Fynn überzeugt. Er habe sich in der kurzen Zeit vor allem in der Geschwindigkeit und im Slalom verbesser. Am Abend sei er zwar nicht müde gewesen. Aber die Füße hätten ihm schon wehgetan, meint er. Und dann kommt doch tatsächlich etwas Selbstkritik auf. Die Fußballlehrer hätten ihm beigebracht: „Ich soll nicht so viel Ego auf dem Platz zeigen und die Mitspieler, auch wenn sie etwas schlechter spielen, mehr in das Geschehen einbinden.“ Vater Gernold Mohr und Mutter Gabi Reinhold unterstützen den jungen Spieler, wo sie nur können. Vom Spielfeldrand aus verfolgen sie das Trainingsprogramm: „Die Kinder können dabei nur lernen. Es ist toll, was hier in so kurzer Zeit gelingt.“ Selbst Trainer Daniel Hoppstätter, der ebenfalls an der Außenlinie steht, ist überzeugt: „Da kann man auch das eine oder andere für das eigne Training übernehmen.“

Für den einstigen Weltklassespieler Guido Buchwald steht fest: „Es gibt nichts Schöneres als mit Kindern zu arbeiten. Denn in ihnen liegt die Zukunft des Fußballs. Man kann nicht früh genug mit einer gezielten Ausbildung anfangen.“ Dass der 76-malige Nationalspieler und Trainer in Japan auch heute noch ein gefragter Mann ist, erzählt er am Rande. Er müsse jetzt nach Kaiserslautern fahren. Dort stand ein Benefizspiel an zwischen der einstigen Meistermannschaft des 1. FC Kaiserslautern und „Legenden des deutschen Fußballs“, das die Legenden mit 10:5 gewannen.

Am Abend war dann eine andere Kondition gefragt. Da feierte der VfB Stuttgart sein 125-jähriges Vereinsjubiläum samt Festbankett. Auch da wollte der einstige Stammspieler mit dem roten Brustring nicht fehlen.

Fynn, dem vielleicht solch eine Karriere vorschwebt, meint: „Das ist noch ein langer Weg bis dahin. Mal sehen, ob es klappt.“ Trainer und Eltern sind jedenfalls vom Können des Nachwuchses überzeugt.