Rheinau / Hochstätt

Rheinau Elfmeterschießen beim SC Rot-Weiß 1952 / Winfried-Höhn-Anlage besitzt mit Smartphone steuerbare Flutlichttechnik

Turnier für Jedermann mit Spaß

Archivartikel

Über das Gelände tönten wummernde Beats von Partysongs wie „Für die Ewigkeit“ von Mickie Krause und „Ja ich will“ von Andrea Berg. Unterdessen legten sich die Fußballspieler den Ball auf dem Elfmeterpunkt zurecht, woraufhin das runde Leder durch einen kräftigen Schuss entweder im Netz landete oder am Torhüter abprallte. „Jeder versucht, so viele Tore wie möglich zu erzielen“, erklärte Präsident Erwin Prudlik. „Es steht der Spaß im Vordergrund, nicht das Gewinnen“, betonte der 59-Jährige. Auf der Winfried-Höhn-Sportanlage, die sich neben dem Rheinauer See befindet, veranstaltete der SC Rot-Weiß 1952 zum zweiten Mal ein Turnier im Elfmeterschießen, mit 23 Teams.

Bei diesem Turnier müssen die Teilnehmer, die sich in fünfköpfigen Teams mit oft witzigen Mannschaftsnamen zusammenschlossen, nicht über das Spielfeld rennen, sondern lediglich Anlauf nehmen und gegen den bereitgelegten Fußball treten, als Wettbewerb in der Strafstoß-Disziplin quasi. Wobei jede Mannschaft fünf Schüsse pro Begegnung auf dem Naturrasenplatz besaß. „Die Mannschaften haben die kuriosesten Namen, zum Beispiel Die Luftpumpen, TSE Trockenbau und Ajax Dauerstramm“, amüsierte sich Präsident Prudlik, der seit vier Jahren im Amt ist.

Sonore Reibeisenstimme

In der Sprecherkabine der Turnierleitung kommentierte Moderator Reiner Peterkau mit seiner sonoren Reibeisenstimme über Mikrofon das spielerische Geschehen auf dem Platz. Wer von den Teilnehmern gerade nicht gegen das runde Leder treten musste, machte es sich auf dem Grün im Liegen bequem.

Außerdem genossen die Feiernden unter der Pergola am Clubhaus gegrillte Steaks und Bratwürste sowie selbstgebackenen Kuchen. Nach dem spannenden Finale konnte das jubelnde Team TSG Oldies das Match für sich entscheiden und einen Wanderpokal in die Höhe reißen. Nach der Siegerehrung schloss sich eine After-Schuss-Party mit Tombola an.

Vor einem Jahr war die Idee zu dem Elf-Meter-Turnier aus der Damenmannschaft und der zweiten Herrenmannschaft des SC Rot-Weiß hervorgegangen. Organisatorin des zwanglosen Jedermann-Turniers ist Vereinsmitglied Daniela Schreiner, eine Stürmerin der Damenmannschaft.

„Schon als Kind wollte ich nur Fußball im Fernsehen schauen. Ich bin Anhängerin des VfB Stuttgart“, erzählte Schreiner, die auf dem rechten Unterarm das mathematische Unendlichzeichen als große Tätowierung trägt und mit einer Mitspielerin liiert ist. „Die Mercedes-Benz Arena in Stuttgart besuche ich selten, ich schaue daheim auf Sky die Bundesliga, da hat man die bessere Sicht“, so die 35-Jährige.

Sponsoren gesucht

In einem nächsten baulichen Projekt möchte der Sportverein, der neben dem dominierenden Fußball noch eine Boccia- und Gymnastik-Abteilung betreibt, das Kleinspielfeld rechts des wohnlich aussehenden Clubhauses renovieren. „Entweder verlegen wir einen Naturrasen oder einen Kunstrasen, da ist noch keine Entscheidung getroffen. Für einen teuren Kunstrasen brauchen wir aber Sponsoren“, sagt Prudlik, der im September seinen 60. Geburtstag auf einer Schiffsreise feiern wird.

Seit Anfang des Jahres verfügt das große Spielfeld des SC Rot-Weiß über neue umweltschonende Flutlichter im Wert von 60 000 Euro. „Ich kann diese Flutlichter mit meinem Smartphone ansteuern“, so Prudlik: „Wir werden später eine Analyse machen, wie viel Strom wir mit der neuen Flutlichttechnik einsparen.“