Rheinau / Hochstätt

Rheinau Planung für die Neugestaltung des Marktplatzes abgeschlossen / Kritik an Verlust von Parkplätzen

Umbau beginnt im März 2020

Archivartikel

Mit der Umgestaltung des Marktplatzes soll es nun bald loslegen. „Die Planung ist abgeschlossen“, sagt Jan Krasko, Pressesprecher des Baudezernates der Stadt: „Der Baubeginn ist für März 2020 geplant.“ Vor Ort gibt es allerdings Kritik am Verlust von Parkplätzen, der eine Folge der Neugestaltung sein wird.

Durch diese soll der Marktplatz mehr Aufenthaltsqualität bekommen. Zahlreiche Bäume werden gepflanzt und die Parkflächen endlich geordnet. In Zukunft sollen hier 51 Stellplätze zur Verfügung stehen, davon drei für Schwerbehinderte.

Wasserspiele noch zweifelhaft

Der Schaufelradbrunnen wird abgebaut. Auf Grund der Kosten ist dagegen offen, ob die als Ersatz geplanten Wasserspiele verwirklicht werden. „Ich will mich dafür einsetzen, dass wir diesen großen Wunsch erfüllen können“, kündigt SPD-Stadtrat Thorsten Riehle schon jetzt an.

Bei der Neugestaltung ist die Verwaltung den Wünschen der Bürger in einem Punkt uneingeschränkt nachgekommen. So war in den ursprünglichen Planungen das Kriegerdenkmal nicht mehr vorgesehen, was bei den Rheinauern zu einem Sturm der Entrüstung führte. Ergebnis: „Das Denkmal bleibt am aktuellen Standort erhalten“, sagt Krasko.

In der Rheinauer Kommunalpolitik findet das Konzept ein unterschiedliches Echo. „Mit großer Freude hat die SPD auf die überarbeiteten Planungen reagiert“, berichtet ihr Stadtrat Thorsten Riehle. Und dies aus mehreren Gründen. Zum einen: „Unser Ziel, die Aufenthaltsqualität zu verbessern, ist erreicht“, begründet die Ortsvereinsvorsitzende Ulrike Kahlert. Aber auch der Prozess zu diesem Ergebnis sei „vorbildlich“: „Jeder, der sich einbringen wollte, hatte die Möglichkeit dazu.“

Auch bei der CDU heißt es: „Wir begrüßen die Umgestaltung des Marktplatzes, um ihm eine bessere Aufenthaltsqualität zu geben und für alle Belange – Markt und Feste – nutzbarer zu machen“, betont Rheinaus CDU-Stadtrat Claudius Kranz: „Die neuerliche Verringerung der Anzahl der Parkplätze wegen der Vergrößerung der Baumscheiden können wir nicht akzeptieren“, macht der Chef der CDU-Fraktion im Gemeinderat jedoch klar und kritisiert ganz generell: „Insgesamt fehlt ein Parkkonzept.“

Die Umgestaltung des Platzes nach der jetzigen Planung „wird die Parkplatzsituation in Rheinau-Mitte erheblich verschärfen“, ergänzt sein Parteifreund, Bezirksbeirat Christoph Hambusch. Der Vorsitzende der Rheinauer CDU sieht die Gefahr, dass ungeachtet der Umgestaltung Autos auf dem Marktplatz parken, weil die Einfahrt von der Durlacher Straße faktisch weiter möglich ist.

Hambusch fordert die Stadt daher auf, ein umfassendes Parkraumkonzept vorzulegen. Er selbst kann sich Schrägparkplätze vorstellen, konkret in den Seitenstraßen, in denen der Gehweg besonders breit ist.

Die Stadt weist die Kritik zurück. „Die Zielrichtung der Umgestaltung war die Aufwertung der Aufenthaltsqualität und die Schaffung eines zentralen und lebendigen Treffpunktes für die Bewohner“, betont Sprecher Jan Krasko.

Auch die SPD mag der CDU-Kritik nicht folgen: „Ich bin sehr dafür, dass wir über Parkplätze sprechen“, sagt Stadtrat Riehle, „aber nicht an dieser Stelle.“ Diese müssten im Umfeld geschaffen werden. Bei der Lösung dieser Frage spricht er sich für einvernehmliches Handeln im Stadtteil aus: „Dann ist eine gemeinsame Lösung, wie der Erhalt des Kriegerdenkmals zeigt, möglich.“

Am 27. Februar wird das Thema im Bezirksbeirat Rheinau und damit die Planung erstmals auch der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Am 26. März soll der Technische Ausschuss des Gemeinderates die Entwurfsplanung genehmigen. Dem folgen die Detailplanung und die Ausschreibung. Für März 2020 ist der Baubeginn vorgesehen: „Die Bauzeit“, so Krasko, „soll rund ein Jahr dauern.“