Rheinau / Hochstätt

Süd/Rheinau Edith Schmid-Ziskovsky hört nach 42 Jahren auf

Weitere Schließung in der Relaisstraße

Archivartikel

Kaum war in der vergangenen Woche der Artikel über die Schließung des Juweliergeschäftes Benz veröffentlicht, da kam die Meldung über das Ende einer weiteren Traditionsadresse in der Relaisstraße: Zum 30. Juni schließt Edith Schmid-Ziskovsky ihr Kosmetikgeschäft – nach 42 Jahren. Die künftige Nutzung des Ladens steht noch nicht fest.

Für die Relaisstraße ist dies ein weiterer tiefer Einschnitt, vor allem aber für Edith Schmid-Ziskovsky: Seit 48 Jahren ist sie in der Kosmetik-Branche tätig. „Diesen Berufswunsch dazu hatte ich schon als Kind“. In einer Privatschule am Wasserturm absolviert sie ihre Ausbildung zur „Kosmetikerin, staatlich anerkannt“, wie es offiziell heißt.

Erstes Geschäft 1978

Im August 1978 erfolgt die Eröffnung ihres ersten eigenen Geschäftes in der Relaisstraße 67. Schon damals basiert es auf Säulen, die bis zuletzt einige ihrer Schwerpunkte bilden: Verkauf von Kosmetikartikeln, kosmetische Behandlung und Nagelpflege. „Manche Kunden von damals halten mir noch heute die Treue“, erzählt sie begeistert.

Im Januar 1993 zieht sie einige Meter weiter ins Haus Relaisstraße 46. Hier stehen größere Räumlichkeiten zur Verfügung – auch für eine Kabine zum Sonnenbräunen. Besonders dieses Angebot floriert. Im Jahre 2000 eröffnet Edith Schmid daher direkt nebenan ein Sonnenstudio mit sechs Liegen, betreut von ihrem Ehemann Roman Ziskovsky. „Damals herrschte ein wahrer Boom“, erinnert sie sich: „Von morgens um acht bis abends um acht waren die Liegen belegt.“ Doch das ist lange vorbei.

Überhaupt hat sich der Markt in ihrer Branche grundsätzlich geändert. „Der Internethandel ist gerade im Bereich der Kosmetik schon eine große Konkurrenz“, bekennt sie. Immer wichtiger werden daher Serviceleistungen, der Dienst am Menschen. Neben der Nagelpflege ist es vor allem das Permanent-Make-up. Immer wieder verfeinert sie ihr Können in diesem Bereich, etwa durch eine humanmedizinische Ausbildung: „Denn immerhin geht es ja um die menschliche Haut“, sagt sie: „Heute bin ich die einzige Elite Linergistin in Mannheim“, also eine ausgebildete Spezialistin für Permanent-Make-up, wie sie nicht ohne Stolz berichtet. Daher hat sie Kunden von weit jenseits der Grenzen Rheinaus, ja Mannheims: „Einige kommen sogar aus Karlsruhe und Baden-Baden.“

Ein Geheimnis dafür: Sie ruht sich nicht auf ihrem Erfolg aus. Stets gut besucht sind ihre Präsentationen mit Star-Visagisten wie David Lee Grenda. Doch sie engagiert sich auch sozial, so etwa für das Kinderhospiz Sterntaler.

Doch nun, nach 48 Jahren Berufstätigkeit und 42 Jahren Führung eines Geschäftes, will sie es ruhiger angehen. Der Tod ihres Mannes im vergangenen Jahr hat ihr gezeigt, wie schnell das Leben vorbei sein kann. Doch ihrer Passion, ein Trost für ihre Stammkundinnen, bleibt sie treu: In der Parfümerie Popp in der Kurfürsten-Passage hat sie einen Raum gemietet, in dem sie ab 14. Juli weiterhin Permanent-Make-up anbietet.