Rheinau / Hochstätt

Wertvoller Wettstreit

Der Ortstermin des CDU-Bundestagsabgeordneten Nikolas Löbel am Rheinauer Karlsplatz stellt eine wichtige Initiative dar. Er macht auf ein stadtplanerisches Problem aufmerksam, dessen Lösung überfällig ist.

Wie er sich heute präsentiert, so wurde der Karlsplatz in den 1960er Jahren angelegt. Dem damaligen Geist der „autogerechten Stadt“ entsprechend, hat die Zufahrt von der Bundesstraße 36 den Zuschnitt eines Autobahnzubringers. Die Fußgänger sind in verdreckte und unsichere Unterführungen verbannt oder ge-zwungen, wie Hasen über die Fahrbahn zu springen, um den teilweise mit Zäunen umgebenen Nahverkehrsknoten zu erreichen.

Unhaltbarer Zustand

Angesichts dessen, dass hier eine Schule, ein Altenpflegeheim und ein Wohnheim für Behinderte direkt angrenzen, ist dies ein unhaltbarer Zustand. Im Unterschied zum Projekt Marktplatz-Gestaltung geht es hier also um Sicherheit und nicht nur um Ästhetik. Auch wenn diese nicht unterschätzt werden darf: Die Aufwertung des Rheinauer Ortskerns bleibt ein Torso, wenn dem Kombibahnhof im Süden und dem Marktplatz in der Mitte nicht im Norden der Karlsplatz folgt.

Nikolas Löbel hat das Thema zu dem seinen und dem der CDU gemacht. Damit setzt er ein Gegengewicht zur SPD, mit der das Marktplatz-Projekt verbunden ist. Bei konkreten Themen der Wohnumfeldverbesserung ist dagegen von Grünen und ML, FDP oder gar den Rechten wenig bis nichts zu hören. Es sind vielmehr die beiden oft gescholtenen Volksparteien, die sich dieser Themen annehmen. Natürlich tun sie dies auch, um sich inhaltlich zu profilieren. Doch den Rheinauern kann der Wettstreit dieser zwei nur Recht sein, wenn er ihren Stadtteil voran bringt.