Rheinau / Hochstätt

Rheinau Sportangler des S.A.V. Mannheim-Süd 1910 luden zum Fischessen in die Grassmannstraße ein

Zander, Forelle und Blasmusik

Archivartikel

„Ich habe lange suchen müssen, bis ich ein Fest gefunden habe, auf dem man so guten Zander essen kann wie hier.“ Seit Jahren schon kommt Hans H. Albers zu den Anglern im Mannheimer Süden. Der 86-jährige war mit dem Fahrrad gekommen. „Der Fisch schmeckt hier schon besonders gut.“

„Hier kommt nichts auf den Tisch, was ich nicht selbst essen würde“ ergänzte Reiner Winkler, der Kassierer der Sportanglervereinigung. Seit ungefähr einer Woche hatten die Angler alle Hände voll zu tun, um das Fest vorzubereiten. Die Fische mussten besorgt werden, die Zelte aufgebaut und das Bier kaltgestellt werden. „Größer darf das Fest gar nicht werden, sonst können wird das nicht mehr bewältigen“, sagte Vorstand Andreas Dietrich.

Sein Stellvertreter Josef Baldy wusste: „Ohne unsere Frauen, die den ganze Tag in der Küche beschäftigt sind, wäre ein solches Fest gar nicht zu schaffen.“ Neben Zander gab es auch geräucherte Forelle, oder Seehecht. Auch die Fischfrikadellen waren ein Renner. Am Sonntag waren die schnell ausverkauft. Wem das Alles nicht schmeckte, der konnte sich an Brat- oder Currywurst oder Wurstsalat erfreuen. „Wir haben das auf Plakaten gesehen. Da mussten wir hier vorbeischauen. Der Fisch hat ausgezeichnet geschmeckt“, erzählten Ulrich Henke und Roland Weber. Jetzt gönnten sich die beiden Senioren noch ein Bier. „Fisch muss schließlich schwimmen“, lachten die Zwei. Bruno Fiskus hatte die Elektrik beim Fest unter seiner Kontrolle. „Sonst könnte hier vielleicht dass Licht ausgehen. Aber das wollen wir alle nicht“, meinte er schmunzelnd. Es passierte nichts.

Am Abend legte zum ersten Mal DJ Soundmaster die Platten auf. „In ganz Nordbaden gibt es keinen besseren Fisch“, war zum Beispiel Manfred Striehl überzeugt. Auch die Preise seien angemessen. An den Essensausgaben-Ständen reihten sich Menschen ein, die sich das Essen einpacken ließen um es zu Hause zu verspeisen. Anders dagegen Dennis Brozio und Nils Paternoga. Sie aßen Fisch, bevor sie selbst zum Angeln gingen. „Wir wollen noch Fliegenfischen gehen an der Weschnitz bei Lorsch“, erzählten die beiden. „Da ist es doch gut, wenn man schon mal was im Magen hat. Wer weiß, was wir heute fangen. Vielleicht beißt ja auch gar kein Fisch an“, so die Angler. Für sie sei das Ergebnis nicht so wichtig. Der Aufenthalt in der freien Natur sei schon Lohn genug, berichteten sie.

Übrigens heizte der Musikverein Ketsch am Sonntagmorgen kräftig ein. Mit volkstümlichen Stücken, Schlagern, klassischer Musik und Rock- und Pop-Arrangements wussten sie die Festbesucher mit zu reißen.