Rheinau / Hochstätt

Rheinau Neujahrsempfang des Gemeinnützigen Vereins mit völlig neuem Konzept / Ehrenamtliche präsentieren ihre Arbeit

„Zeigen, dass es uns gibt“

Die Ausrichtung dieser Traditionsveranstaltung – sie ist bereits auf den ersten Blick erkennbar. An ihrem Ort, in der evangelischen Versöhnungskirche am Marktplatz, flankieren bunte Paddelboote den Altarraum und die Empore. Und das hat seinen Grund: Vereine im Speziellen und Ehrenamtliche im Allgemeinen sollen nach dem Willen des neuen Vorstands des Gemeinnützigen Vereins Rheinau fortan im Mittelpunkt seines Neujahrsempfanges stehen.

Die Resonanz erfreut die Veranstalter um den neuen Vorsitzenden Andreas Schäfer. Gut 200 Gäste sind gekommen, als Nina Fischer mit ihrem Gesang beginnt. „Eigentlich war sie als Hintergrundmusik für Gespräche untereinander gedacht“, berichtet Fischer. Doch ihre Liedvorträge von „Amazing Grace“ bis zu „I will follow You“ aus „Sisters Act“ ziehen die Besucher derart in ihren Bann, dass sie in den Kirchenbänken Platz nehmen und still lauschen.

„Rheinklang“-Orchester begeistert

Überhaupt die Musik: mehr als nur Umrahmung. Vor allem das Akkordeonorchester des Handharmonikavereins Rheinklang, das unter Leitung von Liane Weber mit dem „Kleinen Trommelmann“ oder dem ABBA-Hit „Thank You for the Music“ begeistert. „Teuflisch gut“, entfährt es da Andreas Schäfer, der mit der Gewerbevereins-Vorsitzenden Sandrina Künster die Moderation innehat, die wie immer sehr einfühlsam daherkommt.

„Das zeigt, was man erreichen kann, wenn man zusammenarbeitet“, lobt der Hausherr, Pfarrer Uwe Sulger: „In diesem Sinne war 2019 ein gutes Jahr für Rheinau“, lobt er. Doch er ruft dazu auf, diesen Weg fortzusetzen, Neues zu versuchen, nicht immer davon auszugehen, dass man nur selbst Recht hat, nachzudenken über den eigenen Standpunkt, zum Wohle des Stadtteils: „Wir müssen Richtung Mannheim zeigen, dass es uns gibt.“

Bürgermeister Lothar Quast weiß das; er wohnt im Stadtteil, sieht sich als „Bürgermeister von der Rheinau“, wie er bekennt: „Für mich ist es eine stets ehrenvolle Aufgabe, in meinem Heimatstadtteil den Oberbürgermeister zu vertreten“. Der Rheinauer Neujahrsempfang sei „eine wunderbare Tradition“, der Gemeinnützige Verein ein wichtiger Teil des gesellschaftlichen Lebens. Ebenso auch die Kirchengemeinden, namentlich die evangelische von Pfarrer Sulger, den er für sein Engagement im Vereinsleben lobt.

Motto „Stadtteil am Fluss“

Ja, die Vereine stehen diesmal im Mittelpunkt, zur Premiere jene, die mit Wasser zu tun haben, immerhin sei Rheinau der „Stadtteil am Fluss“, wie Schäfer betont. Drei von ihnen haben Gelegenheit, sich nicht nur wie viele andere im Gemeindesaal mit Ständen, sondern auch in kurzen „Impulsreferaten“ vorzustellen.

Der erste ist der Förderverein fürs Parkschwimmbad. Entgegen der Planung spricht nicht Vorsitzender Christoph Hambusch; seine Frau erwartet ein Baby, und noch während des Empfangs kommt die Nachricht, dass es zur Welt gekommen ist. „Ein neues Mitglied für unseren Verein“, freut sich Schatzmeister Michael Lange, der für Hambuch spricht. Er stellt die Einrichtung vor und den Einsatz des Vereins für das Bad, etwa den Terrassenbau in Eigenleistung und die Anschaffung des Sonnensegels. Nächstes Ziel ist ein Spielplatz.

Michael Pusch, beim Kanu-Club für Öffentlichkeitsarbeit zuständig, erläutert humorvoll den Unterschied zu den Ruderern: „Die Ruderer bewegen sich auf dem Wasser rückwärts und sehen die Wirtschaft erst, wenn sie vorbei sind. Wir Kanuten paddeln vorwärts und sehen sie schon, wenn sie kommt.“ Doch Spaß beiseite: Der KCR paddelt 12 000 Kilometer im Jahr, ist sportlich erfolgreich, auch mit Drachenbooten aktiv, von denen ein Exemplar leer 250 Kilogramm und besetzt mehr als zwei Tonnen wiegt.

Ruhiger, aber nicht betulich, geht es bei den Anglern zu, wie Lothar Ney berichtet, seit 35 Jahren ihr Vorsitzender. Seit zwölf Jahren pflegen sie den Pfingstbergweiher, ein „Juwel der Natur“, wie er zu Recht sagt. Hinzu kommen fachliche Schulung der Aktiven und legendäre Feste.

Auch mit Wasser zu tun haben die „Seebären“, die heuer 25. Jubiläum feiern, wie Heinz Scheel, ebenso lange Vorsitzender, berichtet. Der Shanty-Chor sorgt für den Schlussakkord mit „Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise“ und „Schön ist die Liebe im Hafen“ – auch dies ganz ungewöhnliche Klänge für eine Kirche.

Info: Bilderstrecke unter www.morgenweb.de/rheinau

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