Rheinau / Hochstätt

Rheinau-Süd Siedlergemeinschaft feiert ihren 30. Weihnachtsmarkt / Andrang und Programm so groß wie selten zuvor

Zum Jubiläum ein Feuerwerk

Samstagabend, 18 Uhr. Mancher im Mannheimer Süden fragt sich: Ja, haben wir denn schon Silvester? Denn über dem Marktplatz des kleinen Ortsteils Rheinau-Süd steigt ein riesiges Feuerwerk in den Himmel, 50 Meter hoch, höher als der Turm der angrenzenden Kirche. Nein, Silvester ist bekanntlich nicht. Stattdessen ein Jubiläum: Die BASF-Siedlergemeinschaft Rheinau-Süd feiert ihren 30. Weihnachtsmarkt, und das wird natürlich angemessen gefeiert.

Außerdem gibt es zu diesem Jubiläum auch einige Veränderungen. Die Frobeniusstraße zwischen dem Marktplatz und dem Kirchenplatz ist gesperrt; so fahren die Busse um das weihnachtliche Treiben herum. „Sehr gut!“, scherzt Vorsitzender Hans Held: „So bekommen die Fahrgäste vielleicht Lust, mit zu feiern.“

Das gesperrte Straßenstück wird zur Spielstraße, nicht zuletzt als Standort des Karussells. Und ungeachtet aller Elektronik, die auch für Kinder längst selbstverständlich ist, erfreut sich das nostalgische Gerät bei ihnen ewig aktueller Attraktivität. Gleiches gilt für das Kasperletheater von Siedler Hans Zillhardt.

Doch durch den zusätzlichen Raum wird auch das Geschehen auf dem Platz entzerrt. Buden und Zelt können lockerer gestellt werden, Besucher erhalten mehr Platz. Das ist besonders bei Einbruch der Dunkelheit willkommen. „Wie noch nie brodelt die Stimmung“, freut sich Held: „Die Straßensperrung hat sich auf Grund der vielen Menschen abends als sehr sinnvoll erwiesen.“

Ansonsten ist fast alles wie in den 29 Jahren zuvor. Der Platz ist eingerahmt von Buden, aus denen heraus Vereine, Initiativen und Privatpersonen (unter anderem Auszubildende des Großkraftwerkes Mannheim) all das verkaufen, was sich als Schmuck oder kleines Geschenk für Weihnachten gut verwenden lässt.

Weißer Glühwein heiß begehrt

In der Mitte lockt das große Verpflegungszelt. Auch hier gibt es kleine Veränderungen. „Wir müssen uns dem Geschmack der Besucher anpassen“, sagt Held. Den gebackenen Fleischkäse gibt‘s nicht mehr, „auch wenn ich weiß, dass ein Besucher vor allem wegen ihm herkam“, wie Held scherzt. Dagegen hat sich bei der Premiere im vergangenen Jahr der weiße Glühwein als Renner erwiesen, wird daher wieder angeboten und nachgefragt. „Weiß schmeckt mir besser als rot“, meint Thorsten Riehle, obwohl „roter“ Stadtrat.

Gleichgeblieben ist auch die Bewirtschaftung des Verpflegungszelts durch viele Ehrenamtliche, die Organisator Sascha Sigl in zwei Schichten einteilt. Denn für eine allein ist die Zeit zwischen 10 Uhr morgens und 19 Uhr doch zu lang. Dass die Helfer in diesem Jahr Nikolausmützen nicht in Rot, sondern in Grün tragen, gefällt natürlich besonders der grünen Landtagsabgeordneten Elke Zimmer; als eine der ersten politischen Mandatsträger erweist sie den Ehrenamtlichen ihre Referenz.

Aber es gibt auch „königlichen Besuch“. Von Hans Held am Nachmittag spontan eingeladen, macht am Abend Fasnachtsprinzessin Conchita I. aus Brühl den Untertanen in „Rohrhof-Nord“, wie Held zur Begrüßung scherzt, ihre Aufwartung und sagt auf der Bühne ihr Motto.

Kinder gestalten Programm

Apropos: Den ganzen Nachmittag über wechselt sich auf der Holzkonstruktion ein – akustisch von Rolf Ries in Szene gesetztes – Musikprogramm ab, jedoch gestaltet komplett von Gruppen aus dem Ort: Akteure sind die Kinder aus der evangelischen, katholischen und städtischen Kindertagesstätte sowie der Grundschule, dazu die Klangfabrik. Vom Nikolaus, unter dessen Kostüm sich Diakon Daniel Maier von der Martinskirche verbirgt, werden sie für ihre Präsentation, deren stolzeste Zuschauer Eltern und Großeltern sind, mit Geschenken belohnt.

An einem anderen Stand haben die Kinder Gelegenheit, Briefe an das Christkind zu schreiben. Einer der Wünsche darf sicher lauten, dass es diesen Weihnachtsmarkt über das 30. Jahr hinaus gibt. Denn er bringt nicht nur die Menschen in Rheinau-Süd zusammen; der Reinerlös des Verpflegungszelts fließt stets einem guten Zweck zu, der zu Beginn des neuen Jahres bekanntgegeben wird.