Sandhofen

Sandhofen Fasnachts-Urgestein Horst Karcher geht in den närrischen Ruhestand / Auszeichnung und Büttenreden

Abschied fällt schwer

Auch die vielen bekannten Gesichter aus der Mannheimer und Kurpfälzer Fasnacht – ob aus dem Großen Feuerio, von den Löwenjägern bis hin zu Mitgliedern der Karneval-Kommission Mannheim – täuschten nicht darüber hinweg, dass die Verabschiedung eines großen Fasnachters vonstatten ging: Emotional wurde Horst Karcher in den närrischen Ruhestand verabschiedet. Es wurde viel gelacht und geschunkelt, doch allen war klar, dass in der kommenden Kampagne etwas fehlen wird.

50 Jahre begleitet

Horst Karcher, seine Tochter Kirsten Karcher und Enkel Sascha Knapp richteten das Fest aus. Unter den zahlreichen Gästen waren auch viele, die den Ruheständler in den vergangenen 50 Jahren begleitet hatten. Als Laudatoren oder mit Büttenvorträgen wurde Horst Karcher von Franz Barth (Club der Knöchelträger), Manfred Baumann, Markus Weber (Fräulein Baumann), Boxer und Michael (Michael Luksch und Eckart Güttler) und Musikprofessor Werner Beidinger geehrt. „Es wird in der Fasnacht was fehlen“, sagten alle unisono.

Ehrentafel des Verbandes

Den Werdegang mit allen Stationen von Horst Karcher ließ Dietmar Beck, Bezirksvorsitzender Nordbaden der Badisch-Pfälzischen Karnevalvereine e.V., Revue passieren. Beck zeichnete den verdienten Fasnachter mit der Ehrentafel des Verbandes aus, die den Goldenen Löwen zeigt. Der amtierende Stadtprinz Dirk II. erklärte, dass er stolz darauf sei, in der letzten Kampagne von Horst Karcher dabeigewesen zu sein. Zusammen mit Senatorin Sabine Klotz („Stichler“) überreichte er eine Torte mit dem Konterfei Karchers. Eine weitere Torte in Form einer „Quetschkommod“ überreichten die Vertreter der Stroseridder Mannheim: „Du hast als Fasnachter Dein ganzes Leben den Menschen nur Freude gegeben.“ Tränen flossen bei Muriel Strübbe nach ihrem Vortrag.

Klar, dass der Hit „Pudelnaggisch“, der dem Fasnachter einen großen Bekanntheitsgrad einbrachte, nicht fehlen durfte. Schon leicht melancholisch intonierte Karcher bekannte und beliebte Lieder aus der Fasnacht. Viele Sahoi- und Ahoi-Rufe erschallten nach den jeweiligen Vorträgen. „Ä bissl Fasnacht muss awwa a noch soi“: Mit den Tränen kämpfend erklärte Horst Karcher, dass er der Fasnacht – wenn auch im Kleinen – treu bleibe. Veranstaltungen wie die von ihm wieder ins Leben gerufenen Kappenabende sollen eine Rolle bei dem musikalischen Narren spielen.

Karcher dankte allen, die ihm zu Ehren gekommen waren, vor allem seinem Enkel Sascha Knapp. Dieser begann mit einer Büttenrede, die eigentlich alles beinhaltete, die Veranstaltung. Die Gäste dankten ihm dafür mit stehendem Applaus. Nicht nur mit dieser Rede glänzte der in der Fasnacht früher bekannte „närrische Enkel“. Er war nicht nur ein guter Moderator des Abends, sondern auch aufmerksamer und hervorragender Gastgeber. Seine Mutter Kirsten, als Sängerin bekannt, ließ es sich nicht nehmen, für ihren Vater zu singen. Begleitet wurde sie dabei von Markus Pfeiffer und Bernd Hoffstetter.