Sandhofen

Sandhofen Jazztanz-Abteilung des TSV 1877 feiert als Teil des neuen Sport- und Kulturvereins 40-jähriges Bestehen / Festival am 20. Oktober

Angst vor „Anrüchigem“ währt nur kurz

Außergewöhnliche tänzerische Darbietungen, choreographische Experimente und eine hohe personelle Kontinuität: Die Jazztanz-Abteilung des Sandhofer TSV 1877 – er ist inzwischen Teil des neu gegründeten Sport- und Kulturvereins SKV – blickt auf erfolgreiche und abwechslungsreiche 40 Jahre zurück. Während dieser gesamten Zeit kam die Gruppe mit einer Abteilungsleiterin, Ute Fenzel, aus. Und auch Trainerin Gisela Wismann ist seit 38 Jahren im Amt: „Das schaffen nicht viele Tanz-Abteilungen in einem Sportverein“, zeigen sich die Verantwortlichen ausgesprochen stolz.

Angesichts der positiven Bilanz freue man sich „umso mehr, das 40-jährige Bestehen mit einem großen Tanzfestival am Samstag, 20. Oktober, in der SKV-Sporthalle in Sandhofen zu feiern“. Auf die Zuschauer warte „ein bunter Mix verschiedener Tanzstile nach Choreographie von Gisela Wismann und musikalische Darbietungen unter der Leitung von Ute Fenzel.

Gelungene Aufführungen

Als 1978 erstmals die Idee einer Jazztanz-Gruppe innerhalb des damaligen TSV 1887 Sandhofen aufgekommen sei, „traf dies zunächst nicht auf große Begeisterung. Zu groß war die Angst, es könnte ,anrüchig’ getanzt werden“, erinnert sich Ute Fenzel. Doch gemeinsam mit Inge Kemptner kämpfte sie für ihren großen Wunsch, neben der Gymnastik- auch eine Jazztanz-Abteilung zu gründen. „Schon bald sollte uns der Erfolg durch das tänzerische Können der neu gebildeten Gruppe mit rund 60 Tänzerinnen Recht geben“, blickt die Abteilungsleiterin zurück.

Gisela Wismann übernahm im Jahr 1980 den Job als Trainerin und startete eine Neuausrichtung der Jazztanz-Gruppe. „Bereits der erste Auftritt beim Familienabend am 6. Dezember 1980 war ein voller Erfolg, und es sollten noch viele gelungene Aufführungen folgen“, erinnert sich Ute Fenzel. So kam es im Jahr 1984 zur ersten abendfüllenden Aufführung „Die Jazztanz-Gymnastik-Abteilung stellt sich vor“ mit Einbindung der Turnkinder des TSV Sandhofen. „Ein weiteres absolutes Highlight war die Musical Jazz Show zur 100-Jahrfeier des Vereins 1987“, erzählt die Abteilungsleiterin.

Einen neuen Weg gingen Ute Fenzel und Gisela Wismann ab 1997: „Neben tänzerischen Darbietungen spielte erstmals auch Gesang und Text eine wichtige Rolle beim ,Tanz-Experiment’ in der Schönauer Emmaus-Kirche.“ Die Neuerung habe großen Anklang gefunden, und so folgten zwei weitere Aufführungen mit ähnlichem Konzept: „Das Buch des Lebens“ (2005, 2007) und „Unter dem Regenbogen – Spurensuche“ (2013).

Ein Herz und eine Seele

Ute Fenzel und Gisela Wismann harmonieren bestens, sie sind nach eigener Überzeugung „ein Herz und eine Seele“. Beide verbinde „eine tiefe Freundschaft, und ebenso leiten wir seit nunmehr vier Jahrzehnten mit Herz und Seele die Jazztanz-Gruppe und konnten über all die Jahre viele Menschen für Jazztanz begeistern“. Bis heute werde jedes neue Mitglied vom ersten Moment an „herzlich in der Gruppe aufgenommen, und Gisela Wismann versteht es gekonnt, ein gesundes und besseres Körpergefühl zu vermitteln“, lobt Ute Fenzel.

Das Tanzfestival am Samstag, 20. Oktober, steht unter dem Motto „Tanze – singe – performe“. Beginn ist um 20, Einlass um 19 Uhr. „Mit unserer Aufführung zum 40-jährigen Bestehen möchten wir die Gäste wieder einmal in die Welt des Jazztanzes entführen“ , sagt Gisela Wismann, und Ute Fenzel ergänzt: „Es wird vielfältig, überraschend und unterhaltsam – genau wie unsere Gruppe.“

Der Vorverkauf hat begonnen. Restkarten gibt es bei Schreibwaren Kirsch in Sandhofen und an der Abendkasse. Erwachsene zahlen zwölf, Kinder unter zwölf Jahren sechs Euro.