Sandhofen

Sandhofen Bezirksbeirat diskutiert über Verkehr / Maßnahme auf der B 44 sorgt für Chaos / Elektronisches Schild für den Stich geplant

„Anzeigentafel kommt sicher“

Heftig diskutiert wurde bei der jüngsten Bezirksbeiratssitzung im Bartholomäussaal die Verkehrssituation im Mannheimer Norden. Zwar standen eigentlich die Bereiche Blumenau und das Zentrum Am Stich auf der Tagesordnung, doch vor allem das derzeitige Verkehrschaos im Bereich der Autobahnanschlussstelle Sandhofen erhitzte die Gemüter von Bürgern und Beiräten.

„Das ist nicht normal“

Seit vergangener Woche ist die Bundesstraße 44 im Rahmen der auf vier Jahre angelegten A 6-Sanierung des Regierungspräsidiums (RP) nur noch zweispurig befahrbar. Am ersten Tag herrschte bereits völliges Chaos, Schulkinder kamen teils Stunden später in den Unterricht (wir berichteten). „Als das RP uns die Maßnahme im Dezember 2016 vorgestellt hat, hieß es, dass es in dieser Zeit keine anderen Baumaßnahmen geben wird“, erinnerte Bezirksbeiratssprecher Wilken Mampel (CDU). Nun sei gleichzeitig ein Teil der Sandhofer Straße gesperrt, zudem in Hessen ein Abschnitt der B 47: „Der Schulterschluss funktioniert nicht. Was man uns hier zumutet, das ist nicht normal“, ärgerte sich Mampel.

Der Scharhöfer Bürger Timo Kessler erklärte, dass die Schulkinder wegen der langen Staus morgens stundenlang alleine an der Bushaltestelle gewartet hätten, aber kein Bus gekommen sei: „Die Eltern waren schon arbeiten, und der Bus stand im Stau. Viele umfahren das Chaos über den Scharhof und rasen durch die Hauptstraße.“ Er bat, dort verstärkte Kontrollen durchzuführen.

Harald Born vom städtischen Fachbereich Sicherheit und Ordnung berichtete von aktuellen Verkehrszählungen im Norden: „Die Mehrheit der festgestellten Verstöße liegt im Bereich einer Überschreitung von sechs bis zehn Kilometern pro Stunde.“ Auf der B 44 sei jedoch ein Fahrer mit 120, ein weiterer mit 133 Kilometern pro Stunde gemessen worden. Insgesamt liege die Verstoßquote bei derzeit 10,4 Prozent und lag 2018 bei 11,4 Prozent: „Stadtweit sind es acht Prozent“, so Born. Im Viernheimer Weg werde die Stadt wieder ihren Anhänger zur Geschwindigkeitsüberwachung platzieren, kündigte er an.

Stadtweit bewährt habe sich die Anzeigentafel, die Autofahrern verdeutliche, wie schnell sie fahren und durch die Begriffe „Langsam“ oder „Danke“ das Fahrverhalten der Bürger kommentieren: „Das Gerät führt eine nachhaltige Geschwindigkeitsreduzierung herbei, noch hunderte Meter weiter fahren die Leute langsamer“, sagte Born. Bürgerin Martina Irmscher fragte an, ob man die Tafel auch auf der Blumenau aufstellen könne, was Born bejahte.

Am Stich, wo Bürger und Beiräte seit Jahren Bodenmarkierungen oder Überwege fordern, habe man die Tafeln wegen möglicher Beschädigung der Lampen nicht an den Masten befestigen können. Born schlug deshalb vor, den Verkehr durch zwei Parkflächen zwischen den Einmündungen Domstift- und Kalthorststraße zu verlangsamen.

Schlechte Sicht

Bezirksbeirat Frank Loreth (CDU) wandte ein, dass diese Buchten Gefahren bergen: „Menschen mit Rollator sind hinter den Autos schlecht zu sehen und haben selbst keinen Überblick auf den Verkehr.“ Stadtrat Thomas Hornung (CDU) sprach vom Stich als „schutzwürdigen Bereich“ und schlug Farbmarkierungen auf der Straße vor, um Kinder und Senioren zu schützen. Beirätin Martina Klein (CDU) plädierte für einen Hinweis auf Schulkinder.

Frank Benz vom städtischen Fachbereich Tiefbau erklärte, dass die erneut angefragte Fußgängerampel am Stich nicht umgesetzt werden könne: „In 30er-Zonen dürfen nur in Ausnahmefällen neue Signalanlagen aufgestellt werden.“ Eine einstündige Zählung habe zudem ergeben, dass sowohl morgens als auch nachmittags jeweils rund 650 Fahrzeuge 30 querenden Fußgängern gegenüberstünden: „Diese Zahlen sind viel zu gering für eine Ampel, da müssten es 300 Fußgänger sein. Auch für einen Zebrastreifen reicht es nicht“, so Benz. Er erklärte: „Es hört sich hart an, aber die Leute müssen mal ein paar Meter zur nächsten Ampel laufen.“ Diese gebe es in beide Richtungen in jeweils rund 100 Metern. Born versprach den Sandhofenern, für den Stich eine Lösung zu finden: „Die Anzeigentafel kommt ganz sicher.“

Bezirksbeiratssprecher Sebastian Butzek (SPD) fragte, ob die Querparkbuchten vor der Volksbank samstags freigegeben werden könnten. Born verneinte, weil es sich um einen Werktag handele. Jenny Bernack (SPD) erklärte, dass Verkehrszählungen an Kitas und Schulen oft in den Ferien stattfänden und bat um Beachtung.

Mampel schlug vor, das Lkw-Verbotsschild, das im Viernheimer Weg auf Höhe der Braunschweiger Allee steht, an die Königsberger Allee zu verlegen: „So fahren die Laster gar nicht rein, um dann wieder umkehren zu müssen.“