Sandhofen

Waldhof Frauenfrühstück in St. Franziskus beschäftigt sich mit dem Thema Zuhören / Referent Michael Lipps hat einige Tipps für die Besucherinnen

„Beten heißt nicht, sich reden zu hören“

Archivartikel

Etwas ungewöhnlich war es schon, dass beim Frauenfrühstück in St. Franziskus mit Michael Lipps ein Mann als Redner geladen war. Der Referent leitete lange Jahre als evangelischer Pfarrer mit einem katholischen Kollegen das ökumenische Bildungszentrum sanctclara in Mannheim. Nach der Rückkehr von seinem dreimonatigen Studienaufenthalt in Ghana war er bis zu seiner Pensionierung Leiter der Telefonseelsorge Rhein-Neckar.

Naturbegabte Menschen

Sein Vortrag beim Frühstück begann mit einem Ausschnitt aus dem Buch „Momo“ von Michael Ende: „Momo konnte so zuhören, dass ratlose, unentschlossene Leute auf einmal ganz genau wussten, was sie wollten“, so heißt es in der Geschichte. Es gäbe naturbegabte Menschen wie Momo beim Zuhören, andere wieder könnten auch ihre Zuhörfähigkeit verbessern, erklärte der Referent.

Lipps stellte den Damen zwölf Hinweise zum Zuhören vor, die er ausführlich erklärte. Dazu gehöre, so der Referent, dass man sein Gegenüber ausreden lassen sollte, sich auf den Gesprächspartner konzentrieren solle und vor allem während des Zuhörens auch auf Gefühle achte.

Zur Tages- und Nachtzeit

„In allem geht es darum, mit dem anderen zu fühlen, mich in ihn hineinversetzen und doch ich selbst bleibe.“ Ein Gespräch mit Gott könne man zu jeder Tages- und Nachtzeit führen und es sei etwas ganz Besonderes, so Lipps. „Beten heißt nicht, sich selbst reden zu hören. Beten heißt still werden und warten, bis der Betende Gott hört.“

Vom Gemeindeteam St. Franziskus sprach Organisatorin Sonja Wacker gleich zu Beginn und begrüßte die zahlreichen Gäste. Sie dankte dem Referenten und erzählte den Besucherinnen eine Geschichte vom Wert verschiedener Dinge der Menschen und rief so zum Nachdenken auf.