Sandhofen

Sandhofen Bürgerschaftliche Vereinigungen im Norden sammeln Unterschriften gegen Aufnahmelager für Flüchtlinge

Bürger im Norden wehren sich gegen Coleman-Pläne

Unter dem Titel „Kein Aufnahmelager in Coleman!“ sammelten Vertreter der Gemeinnützigen Bürgervereinigung Sandhofen (BVS), der Gemeinnützigen Bürgervereinigung Scharhof, der Initiative Sandhofen, der Siedler- und Eigenheimgemeinschaft Blumenau und des Aktionsbündnisses Mannheim Nord an einem Infostand am Stich in Sandhofen Unterschriften.

„Wir wollen einfach nicht, was im ganzen Land nicht gewollt wird – siehe Heidelberg. Es kann nicht sein, dass man wieder den Mannheimer Norden damit belasten möchte“, äußerte sich Gerhard Engländer, Vorsitzender der Initiative Sandhofen. „Wir würden gerne auf dem Coleman Areal die geplante Konversionsfläche realisieren wie es sonst auch in der Rhein-Neckar Region gemacht wird. Außerdem besteht der Bedarf an neuen Wohnungen und Grünflächen“, zeigte sich auch Architekt Michael Keller verärgert. Unterstützt in seiner Meinung wurde er von Reinhard Rohr. „Wir sehen uns nicht als Auffangbecken für das, was sonst in der Region oder im Land nicht gewünscht wird. Wir haben auch noch das Problem mit den Windrädern vor uns. Die Metropolregion ist riesengroß aber alles muss zu uns nach Sandhofen“, so Keller.

Am Stich zeigte sich das breit aufgestellte Bündnis aus bürgerschaftlichen Vereinigungen im Mannheimer Norden. „Im Dialog mit den Bürgern wurde deutlich, dass sie sich dagegen aussprechen“, so Wolfgang Steinmann von der BVS und dem Aktionsbündnis. Auch der Vorsitzende der Bürgervereinigung Scharhof und Mitglied des Aktionsbündnisses, Bernd F. Siegholt, war vor Ort. „Der Erfolg der Veranstaltung war auch für uns überwältigend“, so Siegholt. „Es fand sich an diesem Morgen kein einziger Befürworter. Die Menschen möchten hier keine Verhältnisse wie in Ellwangen.“ Es sei deshalb wichtig, schon die Planungen des Ganzen zu bekämpfen, so Siegholt.

„Ich finde es gut, dass hier Vereinigungen schon zu einem frühen Zeitpunkt tätig werden, weil ich die Gefahr sehe, dass in Stuttgart alles getan wird, um ein Ankunftszentrum auf Coleman zu errichten“, erklärte der Stadtrat und frühere Bundestagsabgeordnete Egon Jüttner. Sein Gefühl sage ihm, dass das Innenministerium, das eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben habe, alles unternehme, um ein Ankunftszentrum auf Coleman anzusiedeln. Mit Gegenwind müsse man rechnen, so die Veranstalter. eng