Sandhofen

Sandhofen Bartholomäus-Gemeinde feiert 125 Jahre Grundsteinlegung der Kirche und Abschluss der Renovierungsarbeiten

Deutlich teurer als vorgesehen

Archivartikel

Die Grundsteinlegung der Kirche vor 125 Jahren feierte die katholische St.- Bartholomäus-Gemeinde in Sandhofen mit einem feierlichen Gottesdienst. Ihn hielten Ryszard Dyc und Klaus Zöller gemeinsam mit Pfarrer Wolfgang Oberschmidt, der an diesem Tag verabschiedet wurde.

Kirche bestehe nicht nur aus Fundament und Stein, sondern noch mehr aus Menschen, die diesen Ort bestimmungsgerecht nutzten und so die lebendige Gemeinde feierten, betonte Pfarrer Klaus Zöller. Die Stützpfeiler der Gemeinde seien die, die sich besonders ehrenamtlich engagierten. In diesem Zusammenhang hob Zöller auch das Gemeindeteam hervor.

Ärger mit Hausschwamm

Nach dem festlich gestalteten Gottesdienst bedachten die Gläubigen Pfarrer Wolfgang Oberschmidt mit großem Applaus, als er die Kirche verließ. Danach trafen sich alle im Gemeindehaus zu einem schmackhaften Mittagessen. Der stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderats und Stiftungsrats, Friedrich Seitz, informierte die Gäste nach seiner Begrüßung noch einmal über die Kirchenrenovierung. Der Abschluss der Arbeiten war an diesem Tag ein weiterer Anlass zum Feiern. „Da wir seit Juli wussten, dass Pfarrer Oberschmidt umziehen wird, haben wir alles miteinander verbunden, um diese Feierlichkeiten ausrichten zu können“, sagte Pfarrer Franz Schmerbeck.

Friedrich Seitz ging auf die Kosten der Kirchenrenovierung ein und sorgte mit den Zahlen, die er nannte, bei so manchem für Verwunderung – auch, wenn vielen schon zuvor klar gewesen war, dass die Ausgaben weit höher liegen als ursprünglich vorgesehen. Zu Beginn der Renovierungsarbeiten war man noch von 930 000 Euro ausgegangen. Hausschwamm im Gebälk und im Stein verursachte unvorhersehbare Kosten, die Summe habe sich letztlich auf 1,6 Millionen Euro erhöht. Ursprünglich geplant war eigentlich, das Großprojekt, das seit Mitte 2016 läuft, im Herbst 2018 abzuschließen. Aber die Arbeiten gestalteten sich wegen des Hausschwamms erheblich komplizierter als geplant.

Die Finanzierung hat jeweils zu einem Drittel die Gemeinde St. Bartholomäus, die Gesamtkirchengemeinde Mannheim und die Stiftung der Katholischen Kirchenschaffnei übernommen. Durch die großzügige Erhöhung des Anteils der Kirchenschaffnei habe die Belastung für die Gemeinde nach Auskunft von Friedrich Seitz verringert werden können. Die Kirchenschaffnei übernehme etwa die Hälfte der Kosten, berichtete er.

Allerdings fehlten jetzt durch die drastisch erhöhte Renovierungssumme die notwendigen Mittel sowohl für die Innenrenovation der Kirche als auch für Erneuerung des Außengeländes mit dem Weg zur und rund um die Kirche. Woher man diese Mittel nehmen solle, sei noch nicht klar. Aber auch davon werde sich die Gemeinde nicht unterkriegen lassen und sicherlich Mittel und Wege finden – auch wenn dies alles etwas dauern werde.

Weg ins Gotteshaus wieder frei

Da bei ihm alle Fäden der Renovierung zusammenliefen und er alles Koordinierte, dankte das Gemeindeteam Egon Schmitt mit einem Weinpräsent, das sie ihm in einem nachgebauten Modell der Bartholomäuskirche überreichte.

Den Nachmittag über feierten die Besucher nicht nur im Gemeindehaus, sondern auch auf dem Vorplatz bei strahlendem Sonnenschein und zu den Klängen der Altrhein Musikanten. Die Anwesenden zeigten sich glücklich darüber, dass wenigstens die Kirchendachsanierung abgeschlossen wurde und vor allem der Weg in das Gotteshaus wieder frei begehbar ist.