Sandhofen

Tradition Borsche Max Wegerle und Kay Schäfer halten Predigt auf der Leiter / Organistionsteam zieht positive Bilanz

Gassi gehen nie ohne „Dudd“

Archivartikel

Speziell für die Sandhofener Kerwe wünschen sich wohl alle Beteiligten strahlenden Sonnenschein. Aber die große Hitze war so manchem beim großen Volksfest im Norden ein wenig lästig. Dennoch waren wieder viele an den Kerweplatz im alten Viertel gekommen, um bei der Eröffnung am Samstag dabei zu sein.

Unter Applaus zogen die Teilnehmer des Kerweumzugs vom Stich bis auf den Kerweplatz im alten Viertel. Der stellvertretende Vorsitzende der Bürgervereinigung Sandhofen, Jürgen E. Wolf, begrüßte die Gäste und eröffnete die Kerwe nach seiner Ansprache offiziell. Er dankte vor allem dem Kerweteam unter Leitung von Bettina Herbel und Roland Keuerleber, den Gewerbetreibenden sowie allen Helfern und Sponsoren. Ohne all diese wäre es nicht möglich, das Fest in dieser Form auszurichten.

Gespannt warteten die Besucher, die sich alle auf dem Platz um das Denkmal eingefunden hatten, auf den Auftritt der Kerwebagage. Dass sie ihre Lehrjahre als Kerweborschen beendet haben und in die Meisterklasse aufgestiegen sind, bewiesen danach Max Wegerle und Kay Schäfer auf der Leiter.

Wegerle nahm aufs Korn, dass zu wenig um die eingeführte und beliebte Gastronomie gekämpft worden sei: „Moin Opa, der hot gschwärmt so gern, vum Tanzssaal dort im Morgenstern. Ein Saal mit Bühne riesengroß, do war des gonze Johr was los.“ Heute biete man „statt Speisen für Frau und Mann Wasserpfeifen zum Rauchen an“.

Kay Schäfer sprach auf der Leiter ein Problem an, von dem nicht nur Sandhofen betroffen ist. „Ich liebe Hunde, keine Frage, doch konn ma ned äh rodi Dudd mit sich trage, wenn ma mit seinem Liebling Gassi geht?“ Er appellierte: „Ihr liewe Leit, macht eisch Gedonge“. Außerdem erklärte er Sandhofen zum kulinarischen Notstandsgebiet. Nach den Reden stimmten Heike Anders-Dahms und Yasmin Schäfer von der Bagage das Kerwelied an. Im Anschluss begrüßte Peter Siegmann, Vorstand des ASV Sandhofen, mit kurzen Worten die Kerwegäste und kündigte den Anstich des Freibiers an. Das 30-Liter-Fass hatte der ASV gespendet, der in diesem Jahr sein hundertjähriges Jubiläum feiert.

Egal ob im alten Viertel oder am Stich: Alle feierten wieder gemeinsam eine friedliche Kerwe mit einem gut ausgewählten Musikprogramm. Am Dienstag endete die Kerwe dann wieder am Café Bette in der Kriegerstraße.

Nachfolger gesucht

Bereits am Sonntagabend zogen Bettina Herbel und Roland Keuerleber ein positives Resümee. Sie bezeichneten die Kerwe wieder als absolut erfolgreiche Veranstaltung. Mit elf Gewerbetreibenden als Teilnehmern plus die aus der Gastronomie zeigten sie sich zufrieden.

Beide stehen allerdings – wie auch Bernd Mechnig – im nächsten Jahr für die Ausrichtung der Kerwe nicht mehr zur Verfügung. Alle Drei würden sich freuen, wenn sich Personen oder ein Verein als Ausrichter fänden. „Klar, dass wir den neuen Ausrichter unterstützend zur Seite stehen würden“, versprachen Herbel und Keuerleber.

„Für die Nachfolger haben wir alles fein säuberlich mit allen notwendigen Informationen dokumentiert“ erklärte Keuerleber. Die Verantwortlichen dankten im Namen aller für die gute Zusammenarbeit mit den Vereinen.

Im nächsten Jahr werden die Kerweborsche und die Kerwebagage erneut die Frage stellen: „Wem ghert die Kerwe?“ Und das Kerwevolk wird lautstark antworten: „Unsa!“. Bereits am Freitag hatten die erste und zweite Fußballmannschaft des SKV zu einem „Kerwe Opening“ auf den Parkplatz der SKV Halle in der Kalthorststraße eingeladen.