Sandhofen

Sandhofen MGV 1878 feiert als ältester Verein im Mannheimer Norden seinen 140. Geburtstag / Mehrere Feiern mit abwechslungsreichem Programm

Gemeinschaft im Stadtteil fest verankert

Sie können nicht nur singen, sondern auch feiern: die Sänger des Männergesangvereins 1878 Sandhofen. Über mehrere Tage fanden die Festlichkeiten auf dem Guckertshof in Sandtorf statt.

Mit der Vatertagsfeier läuteten die Sänger ihre große Geburtstagsfeier ein. Einen Tag später waren befreundete Vereine beim Freundschaftssingen zu Gast. Dabei stellte die Dirigentin Edith Schmitt mit insgesamt 180 Sängern ihrer verschiedenen Chöre fast schon einen Rekord auf. Am Samstag fand mit dem Sandhofer Abend ein weiterer Höhepunkt statt: Vereine aus Sandhofen und die Rhein-Neckar Big Band hatten es dabei nicht schwer, das gut gelaunte Publikum in Stimmung zu bringen.

Eine „Herausforderung“

Den Auftakt machten die „Golden Lions“: Sie zogen in Formation lautstark in die große Festhalle ein, die normalerweise zum Trocknen für den Futtermais genutzt wird. Vorstand Heinz Guckert berichtete bei seiner Begrüßung, dass der Männergesangverein 1878 Sandhofen mit der 140- Jahrfeier auch der älteste Verein im Mannheimer Norden sei. In der heutigen Zeit mit zahlreichen Freizeitangeboten sei es eine Herausforderung, einen Gesangsverein in die Zukunft zu führen, sagte Guckert: „Ich bin sehr froh, dass der Verein auf drei stabilen Säulen steht“, führte der Vorstand weiter aus.

Aktives Vereinsleben

Die erste und wichtigste Säule sei der Chor mit seiner stabilen Anzahl an Sängern. Mit der Dirigentin Edith Schmitt habe sich nicht nur der Gesang, sondern auch das Repertoire entwickelt und modern erweitert. Als zweite Säule benannte er das Engagement bei Festen, und drittens mache das aktive Vereinsleben mit seinen vielen Helfern alles erst möglich.

Mit weiteren Grußworten gratulierten Heike Anders-Dahms vom Gewerbeverein Sandhofen, Fritz Reubold als Vorstandsmitglied des SKV, der AOS-Vorstand Helmut Hoffmann und der stellvertretende Vorsitzende der Bürgervereinigung Sandhofen, Jürgen E. Wolf. „Bis heute versteht ihr euch als eine Gemeinschaft, die im Stadtteil fest verankert ist“, hob Wolf den Verein hervor.

Zwischen den Reden gab es ein abwechslungsreiches Musikprogramm: Das Akkordeon Orchester Sandhofen (AOS) begeisterte die Gäste genauso wie der Chor der Dreieinigkeitsgemeinde, der MGV Aurelia Sandhofen und die Rhein-Neckar Big Band mit ihrer Sängerin Silvia Fries. Die Gruppe „Burnessel“ unterhielt die Gäste schon vor der offiziellen Eröffnung. Zur Unterhaltung trugen auch die Voltigiergruppe des Reitervereis Sandhofen und die Reha Sportgruppe des Sport- und Kulturvereins SKV bei.

In Zeiten, als es noch kein Radio, Fernsehen und schon gar nicht den Computer gab, sei es für die Gründungsväter aus dem bäuerlichen und handwerklichen Sandhofen eine willkommene Abwechslung gewesen, sich einmal wöchentlich zur Singstunde zu treffen, erklärte der Vorsitzende des Ortsbauernverbandes, Vereinsmitglied Wolfgang Guckert. Auch wenn es ihn die eine oder andere schlaflose Nacht gekostet hätte, habe er spontan seine Zusage gegeben, das fest auf seinem Hof auszurichten. „Die enge Verbindung unserer Familie und des MGV ist fast schon so alt wie der Verein selbst. Deshalb macht es mich auch besonders stolz, dem Verein für das 140-jährige Bestehen eine Heimat gegeben zu haben“. Wolfgang Guckert und sein Bruder Heinz dankten allen für ihr Kommen.

Ein besonderes Dankeschön ging an den Bundestagsabgeordneten Nikolas Löbel und CDU-Stadtrat Thomas Hornung, die an allen drei Festtagen zu Gast waren. Auch CDU-Stadtrat Egon Jüttner, der zum Freundschaftssingen kam, und SPD-Stadtrat Ralf Eisenhauer erhielten Dankesworte, Eisenhauer überbrachte am Freitag die Grüße des Oberbürgermeisters und Gemeinderates.

Höhepunkt des Abends

Höhepunkt des Samstagabends war unbestritten der Auftritt der „Smokie Revival Band“, die Moderator Alfred Wittgruber als „special guests“ ankündigte. Schnell füllte sich die Tanzfläche vor der Bühne. Die Stimmung, die den ganzen Abend über bestens war, stieg mit der Band weiter. Im Morgengrauen sah man die letzten Besucher beim Verlassen des Guckertshofes auf dem Weg nach Hause.