Sandhofen

Sandhofen Bezirksbeirat diskutiert über Natur auf Coleman

Giftiges Kreuzkraut bedroht Ernte

"Nichts Genaues weiß man nicht", so könnte das Fazit lauten nach der Bezirksbeiratssitzung in Sandhofen. Nachdem sich die Amerikaner nun wohl zu einem längeren Verbleib auf Coleman entschieden haben, wollte der Bezirksbeirat wissen, wie es mit den als Naturschutzgebiet geplanten Parzellen weitergeht. Bisher würden die Flächen jedenfalls nicht gepflegt, sagte Bezirksbeirat Wilken Mampel (CDU).

Roland Köhler vom Fachbereich Grünflächen und Umwelt stellte klar, das formelle Verfahren sei abgeschlossen, die Träger öffentlicher Belange seien befragt. Das Land - in diesem Fall vertreten durch das Regierungspräsidium Karlsruhe - habe die Pflege übernommen. Die Gespräche seien aber insgesamt noch nicht beendet. Da seit 2015 nicht mehr gepflegt wurde, habe sich das schmalblättrige Kreuzkraut (auch Afrikanisches Greiskraut genannt) stark ausgebreitet. Dieser Neophyt, also eine invasive, gebietsfremde Pflanze, mache insbesondere die Grünland-Ernte unbrauchbar - da die Pflanze giftig ist. Für die Landwirte sei das ein existenzielles Problem, stellte Mampel heraus: "Es ist jetzt höchste Zeit, dass etwas passiert." Mit den US-Streitkräften würden Gespräche geführt, so Köhler. Die Stadt hoffe, dass diese zu einem guten Ende geführt werden können.

Auch Bezirksbeirätin Martina Klein (CDU) zeigte wenig Verständnis dafür, dass nichts geschehe. Insbesondere Kinder und Asthmatiker seien durch die Pflanze gesundheitlich gefährdet. Daher müsse unbedingt etwas passieren.

Stadtrat Thomas Hornung (Grüne), der die Sitzung leitete, betonte, dass das Problem dem Umweltministerium in Stuttgart bekannt sei. Eine Lösung liege dem dortigen Staatssekretär "sehr am Herzen". Deshalb werde auf verschiedenen Ebenen das Gespräch gesucht. Leider könne aber noch nichts Konkretes gesagt werden. Das Regierungspräsidium habe mitgeteilt, dass das Land auch weiterhin das Ziel verfolge, eine Vereinbarung mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) abzuschließen.

Keine Pfosten in der Straße

Der Bezirksbeirat beklagte außerdem, dass verschiedene Versprechen nicht eingehalten worden seien. So sollte vor der Gärtnerei Offenloch eine 30-Kilometer-Beschränkung eingerichtet werden. An der Kreuzung Kirschgartshäuser-/Schafscheuerstraße fehlten die zugesagten Pfosten, die das Parken verhindern sollen. Außerdem sollte in der Sonderburgerstraße der Verkehr gezählt werden, was ebenfalls nicht geschehen sei.

Die Verkehrsbehörde hatte die Beschilderung der Strecke 30 in der Kirschgartshäuser Straße im Bereich der Blumengeschäfte angeordnet, um das Queren der Fußgänger zwischen den Betrieben sicherer zu gestalten. Das werde demnächst erledigt, hieß es seitens der Stadt. Innerhalb des Straßenbereichs könnten keine Pfosten aufgestellt werden. Der Verkehr werde derzeit mit Geräten gezählt. Demnächst könne mit einem Ergebnis gerechnet werden.