Sandhofen

Sandhofen „Schätze des Mannheimer Nordens“ führen in den Zentralen Lehrgarten

Grüne Oase statt Sportplatz

Archivartikel

Immer mal wieder lädt der Landtagsabgeordnete und Mannheimer SPD-Vorsitzende Stefan Fulst-Blei zu Entdeckungstouren ein. Das jüngste Angebot der Reihe „Schätze des Mannheimer Nordens“ führte jetzt nach Sandhofen in den Zentralen Mannheimer Lehrgarten des Gemeinschaftswerkes Arbeit und Umwelt der AWO Mannheim.

Fulst-Blei bezeichnete bei seiner Begrüßung den Ort als „eine Perle“. Ihm und den Gästen biete sich bei der Tour die Chance, einmal hinter die Kulissen der Einrichtung zu sehen. Ulrike Reutter, seit 1995 Leiterin des Lehrgartens, ging vor dem Rundgang auf die Vergangenheit des Geländes ein. Vielen ist wohl nicht mehr bekannt, dass sich dort der Sportplatz der ehemaligen Spielvereinigung 1903 Sandhofen, heute SKV Sandhofen, befand.

Nachdem der Verein in die Gaswerkstraße umgezogen war, diente die Fläche Baggerführern für Lehrgänge. Im Herbst 1992 erfolgte dann der Spatenstich zu dem heutigen Zentralen Mannheimer Lehrgarten, einem Zier- und Schaugarten mit ökologischem Schwerpunkt. Um das 2,5 Hektar große Gelände, so war von Ulrike Reutter zu erfahren, kümmern sich Langzeitarbeitslose in Beschäftigungsmaßnahmen. Gut besucht ist der Garten – dank Schulklassen, Kindergärten oder individuellen Führungen bei freiem Eintritt. Auf dem Gelände finden außerdem verschiedene Veranstaltungen statt.

Nahrungsquelle für Bienen

Den Duft, den die Pflanzen und Kräuter verströmten, sogen die Besucher an diesem sonnigen Tag regelrecht ein. Begeistert zeigten sie sich von Küchenkräutern, die im Steinkreis wie am Mittelmeer auf kargem Boden wachsen, ohne gedüngt zu werden. Der Anbau von Getreide und Kohlsorten sei vor allem für Schulkinder, die diese nicht kennen, wichtig. „Sie sagen zu dem Kohl Salat.“

Die Herbstastern, die im September oder Oktober eine blühende Landschaft bieten, seien eine wichtige Nahrungsquelle für die Bienenvölker des ehrenamtlichen Imkers Wolfgang Blumtritt.

Dass der trotz zweier angrenzender, stark befahrener Straßen, sehr idyllisch und ruhig ist, wird durch speziell ausgewiesene Zonen im Garten verstärkt. An anderen Ecken wiederum darf es etwas lauter zugehen – die Kinder können sich auf einer Spielfläche mit Labyrinth und Erdhügel vergnügen. Das geerntete Obst und Gemüse wird nicht verkauft, sondern darauf dürfen sich die Mitarbeiter freuen.

Der Landtagsabgeordnete Fulst-Blei dankte dem Hausherren Alexander Manz, Vorstand des Gemeinschaftswerkes Arbeit und Umwelt, und der Biologin Ulrike Reutter für die ausführlichen und interessanten Erklärungen.

Er hob hervor, dass ein solches Kleinod, wie es der Mannheimer Norden besitze, nicht nur erhalten, sondern auch gehegt und gepflegt werden müsse. eng