Sandhofen

Sandhofen Stichler zeichnen bei Senatsball MGV 1878 und Horst Karcher mit Peter-Schick-Gedächtnismedaille aus

Hohe Ehre für Botschafter des Stadtteils

Herren in feinem Zwirn, Damen in festlicher Garderobe: der Senatsball der Fasnachtsabteilung im Sport- und Kulturverein (SKV), der Stichler also, gilt in Sandhofen als gesellschaftliches Ereignis. Senatspräsident Willi Weiser konnte bei der sehr gut besuchten Veranstaltung im Saal der Dreieinigkeitsgemeinde in der Domstiftstraße mehrere ehemalige und aktive Lieblichkeiten willkommen heißen.

Die Tanzfläche füllte sich schnell, die Stücke wechselten zwischen lateinamerikanischen Rhythmen, Wiener Walzer und bekannten Songs aus der Unterhaltungsmusik. Die Tanzsportgruppe der Stichler brachte bei ihrer Aufführung unter den Farben des Regenbogens das Motto „Für Vielfalt und Toleranz. Mensch ist Mensch und Liebe ist Liebe“ zum Ausdruck – was bei den Gästen großen Anklang fand.

Vor fast zehn Jahren rief der jetzige Ehrenpräsident Horst Karcher mit der Peter Schick-Gedächtnismedaille einen Preis ins Leben. Diesen erhielt in diesem Jahr aus seinen Händen der Männergesangverein 1878 Sandhofen, der zweite Vorsitzende Thorsten Schmidt nahm ihn entgegen. Als Laudator würdigte Karcher die Erfolge des Gesangsvereins, der Sandhofen über die Grenzen hinaus erfolgreich vertreten habe. Thorsten Schmidt dankte im Namen aller.

Dann aber wurde der „Erfinder“ des Preises vom Vorstandsmitglied der Stichler, Jürgen E. Wolf, selbst überrascht. Dass er zu den Preisträgern gehören sollte, war Horst Karcher nicht in den Sinn gekommen. In einer längeren Laudatio erinnerte Wolf an alles, was Karcher im Laufe der 50 Jahre, in denen er in der Fasnacht aktiv ist, erreicht hat und was durch seine Ideen entstanden ist.

Als im April 2010 plötzlich sein Freund Peter Schick starb, mit dem er viele gemeinsame Bühnenjahre verbracht hatte, war es Horst Karcher eine Herzensangelegenheit, diesen Mann nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Karcher war der Begründer der Peter-Schick-Erinnerungsmedaille, mit der er jetzt selbst ausgezeichnet wurde.

Tränen der Rührung

„Wer hat die Auszeichnung wohl mehr verdient als du, lieber Horst“, sagte Jürgen E. Wolf beim Überreichen der Medaille. Karcher dankte sehr emotional und hob die Rolle seiner Frau Dagmar hervor: „Ohne die Hilfe und Unterstützung meiner Frau wäre ich nicht der, der ich heute in der Fasnacht bin.“ Die Gesellschaft im Saal würdigte mit stehenden und lang anhaltenden Ovationen die Arbeit Karchers, in der viel Herzblut stecke. Der Mann mit der „Quetsch“ konnte seine Tränen dann doch nicht verbergen.