Sandhofen

Sandhofen Bürger und Stadtteil-Politiker machen sich Sorgen, wie es mit den Neubau-Plänen für die SKV-Halle weitergeht

„Keine finanziellen Abenteuer“

Die Bürger im Mannheimer Norden sind verunsichert: Wie geht es mit den Neubau-Plänen für die SKV-Halle weiter? Welche Unterstützung kann der Sport- und Kulturverein (SKV) dabei von der Stadt Mannheim erwarten? Befriedigende Antworten gab es dazu bei der jüngsten Bezirksbeiratssitzung im Bartholomäussaal in Sandhofen nicht. Auch auf spätere Anfrage dieser Zeitung gab die Pressestelle der Stadt keine genauen Informationen preis.

Geschätzt 4,1 Millionen Kosten

Heinz Berberich, Vorsitzender des SKV, hatte während der Sitzung von einem Treffen des Sandhofener Vereins mit dem Badischen Sportbund und dem städtischen Fachbereich Sport und Freizeit Ende Oktober gesprochen und erklärt: „Die Baukosten für eine Mehrzweckhalle liegen bei 4,1 Millionen Euro.“ Zu Kosten und möglichen Zuschüssen antwortete die Stadt nun: „Genaue Summen können erst genannt werden, wenn die kompletten Planungen abgeschlossen sind und der Badische Sportbund die zuschussfähigen Gesamtkosten festgelegt hat.“ Danach richte sich dann die Höhe der Zuschüsse von Sportbund und Stadt, die bei 30 beziehungsweise 50 Prozent liegen, so die Pressestelle.

Berberich rechnet mit Kosten von rund 2,7 Millionen Euro, die der Verein selbst tragen müsse. „Wir könnten den Bauantrag stellen, aber alles hängt an dieser restlichen Finanzierung.“ Weil der SKV 16 Sportarten anbiete, die außer Fußball alle in der Halle stattfinden, könne man „nicht die Halle abreißen und warten, bis der Neubau fertig ist“, so Berberich.

Uwe Kaliske vom städtischen Fachbereich Sport und Freizeit verdeutlichte während der Sitzung, dass die Stadt nicht die SKV-Halle finanzieren werde: „Es gibt keinen Verein, der baut, ohne ein Darlehen aufzunehmen. Sie müssen schauen, wo die Leistungsfähigkeit des Vereins ist.“ Das Projekt solle jedoch umgesetzt werden, aber ohne Sonderzuschüsse der Stadt: „Alles ist zu verhandeln.“ Berberich versprach, dass der Verein verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten suche.

Architekt Michael Keller berichtete, dass mit dem Areal in der Gaswerkstraße am Jugendtreff ein geeigneter Standort gefunden sei: „Im Freibad, dort, wo zurzeit das Beachvolleyballfeld ist, soll die Mehrzweckhalle hin.“ „Wir hatten auch andere Standorte im Blick, das wurde uns aber wegen der Frischluftschneise von der Stadt Mannheim ausgeredet“, so Berberich.

Verstärkt Kontakt suchen

Parkplätze für den Sportbereich gebe es ausreichend: „Wenn andere Veranstaltungen stattfinden, müssten wir abklären, ob wir Parkplätze des Freibads oder welche an der Riedspitze nutzen können“, so Keller. Auswirkungen auf Freibad und Jugendtreff gebe es nicht, versicherten Berberich und Keller. „Wir werden jetzt verstärkt mit der Stadtverwaltung in Kontakt treten, um eine Finanzierung zu ermöglichen“, sagte Berberich. Er versicherte: „Der Verein wird sich aber keinesfalls auf finanzielle Abenteuer einlassen.“

Kaliske erklärte während der Sitzung, dass sich die Stadt vorstellen könnte, eine Fläche des Freibades aufzugeben: „Wir hatten viele Tage mit wenigen Besuchern, aber keiner muss an den vollen Tagen Angst haben, dass er auf dem Handtuch des Nachbarn liegt.“ Die Fläche, die für den Neubau aufgegeben würde, könnte laut Kaliske im hinteren Bereich liegen: „Innerhalb des Baumbestandes.“ Die Stadt wollte sich auf Nachfrage noch nicht genau zum Standort äußern: „Das Angebot, die Halle hier zu verorten, besteht. Der genaue Standort kann aber erst ermittelt werden, wenn die Planungen des Vereins abgeschlossen sind“, teilte die Pressestelle mit.

Rat zu Projektentwickler

Bezirksbeiräte und Stadträte aller Parteien machten deutlich, wie wichtig ihnen das Gelingen des Hallenneubaus sei: Stadtrat Roland Weiß (Freie Wähler/ML), auch Vorsitzender des Förderclubs Freibad, forderte vom SKV, mehr Transparenz zu schaffen, wie sich das Freibadgelände in die Planungen einfüge. Er riet dem SKV zu einem Projektentwickler, „der weiß, wie man mit Ämtern umgeht. Die Politik muss zeigen, dass sie das Projekt will.“

Beirat Sebastian Butzek (SPD) sagte: „Die Halle ist wichtig und muss kommen.“ Gerhard Siegmann forderte „mehr Zusammenhalt“. Stadtrat Thomas Hornung (CDU) meinte, dass spätestens nach der Haushaltsperiode 2020/21 ein Entschluss herbeigeführt werden müsse. Auch die Bürger hoffen auf eine schnelle und erfolgreiche Umsetzung der Pläne: „Das ist eine Schande, die Halle steht in fünf Jahren nicht“, ärgerte sich etwa Hans Betz.