Sandhofen

Sandhofen Iris Welling liest bei der Kfd aus ihrem Roman „Späte Rache rostet nicht“ und erzählt vom Entstehen des Buches

Krimi-Schauplatz im Norden

Bei ihren regelmäßigen Veranstaltungen wagte sich die Sandhofener Vertretung der Kfd (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands) auf neues Terrain. Zum ersten Mal hatte das Kfd-Leitungsteam eine Autorenlesung angeboten. Als Vortragende konnte die in Sandhofen heimische Schriftstellerin Iris Welling gewonnen werden.

Gekommen waren etwa 30 interessierte Gäste, um die Autorin im Gemeindesaal der St. Bartholomäusgemeinde zu hören. Für sie, so Welling, sei dieser Abend in ihrer Heimatgemeinde ebenfalls eine Premiere.

Recherche in Seniorenresidenzen

Nachdem alle mit Getränken versorgt waren und die Erste Vorsitzende der Kfd, Christa Schwemlein, sowohl Welling als auch die Besucherinnen begrüßt hatte, begann die Autorin aus ihrem ersten Kriminalroman vorzulesen: „Späte Rache rostet nicht“. Der Roman, der 2018 erschienen ist, spielt im Mannheimer Norden. Im Seniorenstift „Abendfrieden“ im Stadtteil Schönau treffen sich vier alte Damen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Bei aller Unterschiedlichkeit haben sie jedoch eines gemeinsam. Alle vier sind von ihren früheren Lebensgefährten oder Ehemännern traumatisiert und sinnen auf Rache.

Zu Beginn der Lesung präsentierte Welling dem erwartungsvollen Publikum zwei ihrer Protagonistinnen. Die resolute Barbara und die ängstliche Thea beschrieb sie so anschaulich, dass jede der Anwesenden schnell ein Bild dieser Damen vor Augen hatte. Die Zuhörerinnen mussten während der Lesung mehr als einmal schmunzeln. Durch die geschickte Auswahl der Textausschnitte gelang es Welling, den Abend kurzweilig und spannend zu gestalten. Zwischen den einzelnen Leseproben gab sie Einblicke in die Entstehung des Buches. Wichtig sei ihr eine authentische Wiedergabe der Schauplätze gewesen, sagte sie. Deshalb recherchierte sie für ihren Roman sehr gründlich, lief Straßen und Plätze ab und führte mehre Gespräche in Seniorenresidenzen.

Nach einer halben Stunde gab es eine kleine Pause, in der den Gästen von den Kfd-Frauen selbsthergestellte Köstlichkeiten angeboten wurden. Danach ging es spannend weiter. Der bis dahin recht humorvolle Krimi gewann an Dramatik, und die erste Tote war zu verzeichnen. Das Opfer war Thea, eine von ihrem Mann misshandelte Seniorin. An dieser Stelle unterbrach Welling die Lektüre und gab bekannt, dass sie auf ihr Honorar verzichte und mit den an diesem Abend eingehenden Spenden das Kfd-Netz „Frauen in Not“ unterstützen möchte. Denn Gewalt an Frauen, so Welling, gebe es nicht nur in ihrem Roman, sondern leider auch in der Realität.

Nach einer weiteren halben Stunde war die Lesung beendet. Mit einem großen Applaus bedankten sich die Zuhörerinnen für den vergnüglichen Abend. Nach der Lesung nutzten viele die Gelegenheit für Fragen sowie zum Austausch mit der Autorin. Am Ende konnte sich das Kfd-Leitungsteam über eine Spendensumme von 150 Euro zugunsten von „FIN“, dem Kfd-Netz „Frauen in Not“ freuen. red/imo