Sandhofen

Sandhofen Stadtteilversammlung für Kinder und Jugendliche / Schüler wünschen sich bessere Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten / Forderung nach mehr Radarkontrollen

Mit nassen Füßen ins Jugendhaus

Ärger mit Vandalismus, rasenden Autos, fehlenden Aufenthaltsmöglichkeiten, radfahrer-unfreundlichen Buckelpisten: Die Probleme sind in vielen Bereichen Mannheims ähnlich. Das zeigte sich jetzt auch bei der Stadtteilversammlung für Kinder und Jugendliche, zu der die städtische Initiative 68Deins! unter anderem Kommunalpolitiker eingeladen hatte.

Eine Stunde lang hörten sich die Stadt- und Bezirksbeiräte Jenny Bernack und Sebastian Butzek (SPD), Katharina Dörr (CDU) und Raymond Fojkar (Grüne) die Anliegen des Sandhofer Nachwuchses an, um im Anschluss über Verbesserungsmöglichkeiten zu beraten – und für das eine oder andere Problem Lösungsansätze zu präsentieren.

So soll nach den Worten von Jenny Bernack künftig beim Busverkehr insbesondere der Linie 51 „mehr Rücksicht auf Schulinteressen genommen werden“. Nach einer Anfrage der SPD sei in Vorbereitung, die Taktzeiten der Busse zu verbessern. Auch bei der von den Kindern als mangelhaft bezeichneten Spielpatz-Situation könnte sich etwas tun, so Bernack. Es gebe bereits ein städtisches Konzept für den Beeich Kriegerstraße/Zwerchgasse, wo ein Mehrgenerationenplatz entstehen solle.

Die Drittklässler Leo, Orestis und Soleas von der Gustav-Wiederkehr-Schule brachten darüber hinaus einen BMX-Platz für Jüngere mit einem flachen Geländeprofil ins Gespräch, weil sie noch nicht alleine auf die Schönauer Skate-Anlage gehen könnten. Die Politiker signalisierten, dass der Wunsch der Schüler möglicherweise Realisierungschancen habe.

Am Altrhein fehlen Bänke

Bei anderen Themen dagegen tut sich nichts – obwohl sie zum Teil schon seit Jahren auf der Agenda stehen. Da ist vor allem der Trampelpfad zur Eugen-Neter-Schule, der nach Ansicht aller Betroffenen den Namen Schulweg nicht verdient. Der oft völlig verschlammte Bereich führt überdies noch an einer vielbefahrenen Straße entlang. „Das ist sehr gefährlich“, erklärte Lehrerin Angelika Spinner den Politikern bei der Stadtteilversammlung. Und Schülerin Jessica ergänzte: „Wenn’s regnet, ist alles matschig. Klamotten und Schuhe werden dreckig.“

Natürlich ist den Politikern das Problem bekannt. Es tauche „alle zwei Jahre wieder“ auf, so Raymond Fojkar – bei den Beratungen zum Doppelhaushalt der Stadt. Nach wie vor sei der Stand, dass kein Geld dafür zur Verfügung stehe. Aber inzwischen „diskutieren wir zumindest nicht mehr darüber, ob das ein mehr oder weniger sinnvolles Thema ist“.

Direkt vor Ort machte eine siebenköpfige Gruppe von Jugendlichen unter anderem auf einen Missstand am Jugendhaus in der Gaswerkstraße aufmerksam. Vor dem Eingang ist seit langem der Gulli kaputt – und nach jedem etwas größeren Regen „ist das schon ein See“, sagte Marcel. Er kritisierte auch den Zustand vieler Sandhofer Straßen, „da gucken teilweise die Schlaglöcher von 1800 raus“. Lucia gab den Politikern den Wunsch mit auf den Weg, auf dem Rheindamm für mehr Sitzmöglichkeiten und Bänke zu sorgen und dort auch Müllbehälter aufzustellen.

Bei Sebastian Butzek kam das an, er möchte bei diesem und einigen anderen Themen in der Verwaltung nachhaken. Katharina Dörr wiederum versteht, dass die Kinder und Jugendlichen sich von zu schnellen Autofahrern bedroht fühlen. Zwar könne man in Tempo-30-Zonen „nicht einfach so Zebrastreifen einrichten“. Aber ein vermehrter Einsatz mobiler Blitzer und Geschwindigkeitsanzeiger in Sandhofen sollte ihrer Meinung nach drin sein.

„Ich hoffe, es passiert auch einiges“, sagte Urs Südhof von 68Deins! zum Schluss. Manches dauere schon sehr lange. Aber könne dann doch umgesetzt werden, nannte er ein Beispiel: Die Rutsche, die sich die Kinder und Jugendlichen im Jahr 2015 fürs Freibad gewünscht hatten, ist inzwischen da – und wird rege genutzt.