Sandhofen

Sandhofen Fasnachts-Gottesdienst in Dreifaltigkeitskirche / Stadtprinzenpaar als Überraschung / Abschied von Wolfram Langpape

„Närrische Nottaufe“ für den Pfarrer

„Du Gott des Lebens, Du hast uns geschaffen als Menschen, die Lachen und Freude schenken. Du hast oft bewiesen, dass Du Humor hast. Darum bin ich mir sicher, dass Du auch ein Freund der Fasnacht bist.“ Mit diesen Worten leitete Pfarrer Wolfram Langpape in der Dreifaltigkeitskirche in Sandhofen den närrischen Gottesdienst ein – der für ihn auch ein Abschied war. Denn für den Seelsorger, der im Jahr 2012 in den Mannheimer Norden kam, geht es jetzt beruflich noch viel weiter nördlich weiter – in Hannover.

Dort tritt er, befristet auf sechs Jahre, die Stelle des theologischen Referenten der evangelischen Kirche Deutschland (EKD) im Fachbereich Orthodoxie, Stipendien und allgemeine ökumenischen Angelegenheiten an. Von seinem Dienstsitz in Niedersachsen aus organisiert er in seiner neuen Funktion unter anderem Gespräche der EKD mit der Russisch-Griechisch- und der Rumänisch-Orthodoxen Kirche.

So stand der närrische Gottesdienst ganz im Zeichen dieser Verabschiedung, die Elemente passend zur fünften Jahreszeit enthielt. Der aus der Mannheimer beziehungsweise der Kurpfälzer Fasnacht bekannte Rainer Holzhauser hielt eine „närrische Nottaufe“ von Langpape ab. „Der ruhelos getriebene Jünger will nach Hannover – doch seh’ ich schwer den Trennungsschmerz. Ich taufe Dich, domit geh isch schunn long schwonger, in Parrer Longbab, Longer“, trug Holzhauser vor.

Windkraft als Bütten-Thema

Etwas ungläubig schaute Langpape drein, als das Mannheimer Stadtprinzenpaar in die Kirche einmarschierte. Mit diesem Besuch wollte man den beliebten Pfarrer auszeichnen – was auch gelang. Außer dem Stadtprinzenpaar Maren-Michelle I. und Naro I. gaben Langpape auch die Stichler mit Prinzessin, Präsident und Senatoren die Ehre, ebenso wie ein Teil der Karlsternhexen. Die offizielle Verabschiedung findet am Sonntag, 26. Juli statt.

Tränen zeigten sich nicht nur in den Augen Langpapes. Viele Tränen flossen auch bei Besuchern in den Kirchenbänken, als der Pfarrer sich musikalisch nach der Melodie von „Gute Nacht, Freunde“ verabschiedete. „Liebe Gemeinde“, so lautete der neue Anfang des Songtextes. Mit seinen Ideen, zum Beispiel einen Gottesdienst am Lagerfeuer oder mit Samba-Melodien zu feiern, brachte Langpape neue Elemente ins Gemeindeleben.

In seiner Büttenpredigt ließ er nicht nur die vergangenen 30 Jahre mit dem Mauerfall, sondern auch regionale Ereignisse wie die Hochstraßen-Thematik satirisch Revue passieren. Mit Zöpfen und Mütze verkleidete er sich als Greta Thunberg. „Hier in Sandhofen weht – das weiß doch jedes Kind – ja stets ein fröhlicher, frischer Wind“: Diesen Seitenhieb auf die umstrittenen Windkraftanlagen konnte er sich nicht verkneifen. Die Klaus Jörger Combo unterstrich das mit dem Lied „Das ist der Wind, Wind, Wind, der Sandhofener Wind“ musikalisch.

Holzhauser trug seine „närrischen Fürbitten“ vor. Zur Erheiterung trug auch Antonio Pascarella bei, dem man als „Monnema Eismann“ gerne ein Eis abgekauft hätte. Musikalisch unterhielt neben der Klaus Jörger Combo der Stimmungssänger Michael Kossmann mit Liedern und Schunkelrunden die Gäste in der voll besetzten Kirche.