Sandhofen

Sandhofen Fasnachtsumzug lockt bei herrlichem Wetter Menschenmassen / 25 Gruppen bieten viel Abwechslung

„Ramba Zamba“ am Stich

„Seit 60 Jahren wird gelacht, bei der Stichler Fassenacht“: Unter diesem Motto schlängelte sich der närrische Lindwurm am Dienstagnachmittag ab dem Start in der Groß-Gerauer Straße bis zum Denkmal am Rathaus in Sandhofen. Insgesamt 25 Zugnummern, darunter sieben Fußgruppen, verbreiteten mit ihren vielen Ahois und Sa-Hois beste Stimmung.

Gut gelaunt waren nicht nur die Teilnehmer auf ihren Mottowagen und die Fußgruppen, sondern ebenfalls die Narren am Straßenrand. Verkleidet als „Rapunzel“, „Rotkäppchen“ oder „Gestiefelter Kater“ marschierten die „Flotten Luzies“, die die Märchenwelt verkörperten, mit. Als Hexen verkleidet nahmen die „Gartenschnecken“, die endlich den Winter austreiben möchten, teil.

Wegen des strahlend schönen Wetters kam eine verkleidete Damengruppe am Straßenrand zu der Erkenntnis: „Der liewe Gott muss ään Sondheffer Narr soi“. Klar, dass der MGV 1878 sein Jubiläum zum Thema machte: „Bei uns singt der Männerchor schunn seit 140 Johr“. Unter dem Motto „Innovation trifft Tradition“ beteiligt sich der Gewerbeverein Sandhofen schon seit Jahren. Dem Thema „Schlager“ hatten sich die „Narrenhütschen“ angenommen. Wie immer bestens gelaunt waren die Fußballer des SC Blumenau – unter dem Motto „Die AH tanzt Ramba Zamba“.

Gegen Windpark Nord

„Was mol war, des is net mehr. Sogar de Umzug is ä Stund eher. Alles Guude werd abgschafft“ – so äußerte die AH des SKV Kritik an der Startzeit des Umzugs, der sich in diesem Jahr eine Stunde früher in Bewegung gesetzt hatte. Der Wilde Westen machte sich beim Reit- und Fahrverein Sandhofen breit. Sportlich zeigte sich die Fußgruppe des Karate Do von der Schönau. Als Cowgirls und Cowboys rockten die jungen Narren die Fasnacht.

In diesem Jahr hatte sich die Katholische Jugend, die immer als große Gruppe teilnimmt, für das Thema „Musical“ entschieden. „Windpark Nord – losst’n fort“, bezog die Gruppe „Mampelhof“ eindeutig Stellung.

Schlaue Narren, die sich mit Geschossen aus Gutseln, Papiertaschentüchern oder anderen mit „Karacho“ anfliegenden Gegenständen konfrontiert sahen, schützten sich mit Händen vorm Kopf oder aufgespannten Schirmen. Lautstark erbebte das närrische Epizentrum, der Stich, als der Zug sich dort zwischen den Massen seinen Weg suchte.

Senat, Elferrat und ihre Lieblichkeit Anja III. begrüßten die feiernde Menschenmasse mit Applaus und Sa-Hois. Ein gerngesehener und beliebter Teilnehmer war das Männerballett der Löwenjäger aus Käfertal. Selbst beim Umzug hörten die „Ballerinas“ auf das Kommando ihrer Trainerin Silke Krüger. Für Stimmung sorgten auch die Golden Lions, die im nächsten Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum feiern können.

Richtig fetzige Stimmung verbreiteten die Guggemusiker der Mannheimer Newwlfezza. Die Menschenmasse am Straßenrand machte, egal ob verkleidet oder nicht, begeistert mit. „Rothaus am Rathaus“ hieß es dann zum Schluss – bei der von der Jungen Gemeinde und der katholischen Jugend veranstalteten Straßenfasnacht. Hier konnten alle, egal ob Jung oder Alt, sich noch einmal richtig austoben und zogen in Polonaisen zusammen ums Denkmal.

Die Macht im Rathaus ergreift Bürgerserviceleiterin Michaela Diehl wieder am heutigen Aschermittwoch, wenn ihr beim Heringsessen der Schlüssel zu ihrem „Regierungsgebäude“ übergeben wird.

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