Sandhofen

Sandhofen Bundestagsabgeordneter Löbel hält Ankunftszentrum auf Coleman für ungeeignet

Rundgang über Militärgelände

Der Bundestagsabgeordnete Nikolas Löbel hat sich bei einem Besuch auf Coleman über das Militärgelände informiert. Nachdem die Amerikaner im Frühjahr 2015 fast abgezogen waren, bevorratet und wartet die U.S. Army auf dem 220 Hektar großen Areal derzeit vor allem Lastwagen und Panzer. „In der Diskussion über die Zukunft von Coleman ist Bewegung, seitdem Ende 2016 Pläne der baden-württembergischen Landesregierung bekanntwurden, dort ein Ankunftszentrum für Flüchtlinge einzurichten“, heißt es in einer Presseerklärung von Löbel.

Abzug „unwahrscheinlich“

Die Erkenntnisse seines Besuchs fasst Löbel so zusammen: „Erstens ist ein Abzug der US-Armee nicht abzusehen und angesichts der wichtigen Funktion Colemans für militärische Operationen in Europa bis auf Weiteres sehr unwahrscheinlich. Zweitens sind die Liegenschaften, die für ein mögliches Ankunftszentrum im Gespräch sind, schlicht abbruchreif.“ Gemeinsam mit CDU-Stadtrat Thomas Hornung und Wilken Mampel, Sprecher der CDU im Bezirksbeirat Sandhofen, ließ Löbel sich von den Verantwortlichen über das Gelände führen. Kevin Griess, Deputy Commander der U.S. Army Garrison Rheinland-Pfalz, Lieutenant Colonel und Acting Battalion Commander Aaron Fitzsimmons, der Verantwortliche auf Coleman, sowie Sean Schulz, Verbindungsoffizier der der US-Armee in Baden-Württemberg, gewährten Einblicke in Liegenschaften, Geräte und Pläne.

„Coleman spielt eine zentrale strategische Rolle für das US-Militär in Europa. Nicht als Flughafen, als das es lange diente, sondern wegen des vielen Platzes und des großzügig dimensionierten Gleisanschlusses, wegen der Nähe zum Rhein und nicht zuletzt wegen der schnellen Erreichbarkeit von der Luftwaffenbasis Ramstein aus“, fasst die Mitteilung zusammen. Auf Coleman würden Lastwagen und verschiedenste Nutzfahrzeuge, gepanzerte Fahrzeuge und Gefechtspanzer nach Einsätzen repariert, gewartet und für Einsätze vorgehalten. Schwere Waffen und Munition seien nach Angaben des US-Militärs nicht gelagert. Der Flughafen sei nicht mehr betriebsfähig und wäre das erst wieder nach erheblichen Investitionen. Dies sei jedoch nicht vorgesehen, versicherten die Amerikaner.

Zum Zeitpunkt von Löbels Besuch seien auf der ehemaligen Start- und Landebahn mehrere Hundert Fahrzeuge und Container abgestellt gewesen. Die US-Militärs erklärten die Bedeutung der 5,5 Kilometer Gleise. Diese ermöglichten die Zusammenstellung und Bereithaltung von bis zu vier Zügen gleichzeitig. Die sei einmalig und von hoher operativer Relevanz.

Löbel: „Ich halte eine Umnutzung der Wohngebäude für die Unterbringung von Flüchtlingen für unwirtschaftlich und unwahrscheinlich.“ Etliche Flächen und Wohngebäude würden trotz des Betriebs mit täglich bis zu 500 Beschäftigten nicht genutzt. Außer Feuerwehr- und Wachleuten bleibe niemand über Nacht. Die Unterkünfte entlang der Autobahn seien in abbruchreifem Zustand. Andere könnten nicht an den Bund zurückgegeben werden, solange die Amerikaner vor Ort seien. Sein Eindruck bestärke ihn in seiner „ablehnenden Haltung gegenüber der Ansiedlung eines Ankunftszentrums in Mannheim und damit auf Coleman“, betont Löbel. Deputy Commander Griess unterstrich das Bestreben der Amerikaner, transparent und freundschaftlich auf Coleman zu wirken. red