Sandhofen

Sandhofen Iris Welling setzt in ihrem neuen Buch „Späte Rache rostet nicht“ auf schwarzen Humor / Fiktives Altenheim im Fokus / Lesung am 28. September

Seniorinnen zahlen es Ex-Männern heim

Archivartikel

Von einem beschaulichen Ruhestand im Altenheim auf der Schönau kann keine Rede sein: Vier ältere Damen beschließen, sich an ihren früheren Lebensgefährten oder Ehemännern zu rächen, von denen sie traumatisiert sind. Doch der penibel ausgetüftelte Plan läuft aus dem Ruder – und plötzlich ist eine Person tot.

Was im Seniorenstift „Abendfrieden“ im Norden Mannheims passiert, hat das Zeug zum Vorabendkrimi. Doch keine Sorge – alles ist nur erfunden: Die Sandhöfer Autorin Iris Welling hat die Geschichte in ihren ersten Krimi „Späte Rache rostet nicht“ gepackt, der gerade im Verlag Waldkirch erschienen ist.

Das Werk entpuppt sich als spannende Lektüre nicht nur für Einheimische: Doch wer sich im Mannheimer Norden auskennt, der entdeckt auf vielen Buchseiten Orte und Straßen wieder, an denen er schon oft vorbeigeschlendert ist, zum Beispiel die Endhaltestelle, das Jugendhaus oder die Zweigstelle der Stadtbibliothek.

Streit und Eifersucht

Neben den Schauplätzen auf der Schönau hat Welling auch das Leben in einem Seniorenheim genau unter die Lupe genommen: „Ich war in einigen Residenzen und habe mich mit vielen Leuten, auch Angestellten, unterhalten. Und ich habe mit der Zeit gemerkt, dass alles nicht so ruhig ist, wie alle sagen. Es gibt Streit, Eifersucht und Lästereien“, berichtet die Autorin, die mehrere Jahre an dem Projekt recherchiert und geschrieben hat.

Weil die Protagonisten in ihrem Krimi auch in der Region unterwegs sind, hat sich Iris Welling in verschiedenen Städten umgesehen, besuchte Landau, Weinheim nebst Bandgässchen und Hermannshof oder Neustadt. „Manche Dinge habe ich mir aber tatsächlich auch einfach nur ausgedacht, zum Beispiel die im Buch als berühmt bezeichnete Trifels-Torte, die gibt es gar nicht“, verrät Welling.

Nichts zu verlieren

Die Rachegedanken der vier älteren Damen sind jedenfalls genauestens ausgetüftelt: „Ich habe mal einen Spruch gelesen, dass alte Menschen gefährlich sind, weil sie nichts zu verlieren haben“, erinnert sich die Sandhofenerin. Und legte mit diesem Satz den Grundstein für ihren ersten Krimi.

Zuvor verfasste sie fast ausschließlich Geschichten von oder für Kinder, zum Beispiel die Abenteuer des Drachen Ruga oder die lustigen Episoden über ihre Nichte Jasmin. „Als ich die Nachricht bekam, dass der Verlag Waldkirch das Buch nimmt, saß ich sprachlos vor dem Computer.“

Böse und kriminell zu schreiben sei zudem gar nicht so einfach, bekennt die Frohnatur nach ihrem ersten Krimi: „Ich frage mich wirklich, wie Stephen King das verkraftet.“ An manchen Stellen fühle man schließlich mit, „da steigen einem ja selbst manchmal die Tränen in die Augen“. Aber sie habe festgestellt, dass sie an Tagen, an denen sie wütend sei, gut über solche Dinge schreiben könne. Und sie gibt lächelnd zu: „Ich mag besonders den schwarzen Humor.“

Iris Welling liest beim 9. Schönauer Literaturabend am Freitag, 28. September, um 19 Uhr in der Stadtteilbibliothek Schönau, Rudolf-Maus-Straße 20 (Eingang Rastenburgerstraße).