Sandhofen

Sandhofen Initiative für den alten Ortskern / Aufwertung mit Natursteinpflaster und mehr Grün

SPD: „Platz am Kriegerdenkmal mit neuem Leben füllen“

Archivartikel

Ein kaum beachteter Schatz liegt mitten im Stadtteil: der Platz rund um das Kriegerdenkmal. Die SPD Sandhofen will diesen Platz, auf dem im Augenblick Unebenheiten und Schlaglöcher das Bild prägen, wieder zu neuem Leben erwecken. „Es tut einem in der Seele weh, wenn man sieht, wie dieser Platz vor sich hin gammelt“, formuliert es der stellvertretende Ortsverbandsvorsitzende Hubert Becker. „Wenn man sein halbes Leben hier oder in der Nähe des Platzes gelebt hat, dann ist es doch eine Schande, wenn man sich das heute anschaut.“

„Wir wollen diesen Platz, der im Übrigen nicht einmal einen Namen trägt – und die Straßen ringsherum – neu gestalten und so mit neuem Leben füllen“, fügt Pressesprecherin Jenny Bernack hinzu. Bedauert wird vor allem, dass der „Adler“ nicht mehr als Gaststätte dient. Dabei habe dieser Platz, an dem sechs Straßen aufeinandertreffen, es verdient, genauer betrachtet zu werden.

Da ist neben der historischen Gastwirtschaft zum Beispiel das Rathaus, die Gustav-Wiederkehr-Schule mit der KZ-Gedenkstätte Sandhofen, der städtische Kindergarten, eine über 200 Jahre alte Scheune, der Kirchplatz und das Pfarrhaus. Alle Einzelobjekte sind denkmalgeschützt. Rathaus- und Kirchplatz sollen nach den Vorstellungen der Sozialdemokraten als eine Einheit behandelt werden.

Ideen der Einwohner gefragt

Wichtig ist dem Ortsverband auch, dass die Einwohner Sandhofens in den Prozess eingebunden werden. Einige Ideen liegen bereits vor. Um ein einheitliches Bild entstehen zu lassen, könnte der Platz bis zu den Übergängen in die verschiedenen angrenzenden Straßen zum Beispiel mit Natursteinpflaster ausgelegt werden. Außerdem solle um das Kriegerdenkmal herum der Verkehr beruhigt werden. „Wenn im Rathaus eine Hochzeit stattfindet, stehen die Leute anschließend auf der Straße und behindern den Verkehr. Da muss sich etwas ändern“, so Becker. Dies sei auch schon deshalb vonnöten, weil sich dort einige soziale Einrichtungen wie Kirche, Kindertagesstätten und Lutherhaus befinden.

Außerdem können sich die bislang Beteiligten vorstellen, mehr Grün um das Rondell zu schaffen. Bäume und Sträucher oder Bänke würden dafür sorgen, dass sich Menschen dort gerne aufhielten. Dass an der Stelle, wo jetzt das Kriegerdenkmal steht, früher eine Kapelle stand, sei nur den wenigsten Sandhofenern bekannt. Dies könnte durch die Gestaltung des Pflasters wieder in Erinnerung gerufen werden.

„Das Landesdenkmalamt hat dem Ortsverein Sandhofen mehrfach zugesichert, dass dem historischen Kern, also dem Rathaus- und dem Kirchplatz, eine angemessene historische Bedeutung zugesprochen wird“, so SPD-Bezirksbeirat Albert Ritter zu einem Antrag, den der Ortsverein beim Regierungspräsidium gestellt hat. Noch im November solle der Ortsverein eine schriftliche Bestätigung erhalten, die allerdings unterhalb des Denkmalschutzes anzusiedeln wäre, erläutert Ritter.

Auch der Verein Stadtbild habe die Initiative begrüßt, so Bernack. Der Mittelpunkt des ehemaligen Dorfes habe einen starken Identifikationswert für die Einwohner Sandhofens, argumentiere der Verein, der das Projekt unterstütze – nicht nur wegen der vielen dort befindlichen denkmalgeschützten Gebäude.

Suche nach einem Namen

Die Vertreter des Ortsvereins sind sich einig, dass eine solche Planung professionell begleitet werden müsse. Vielleicht bekomme der Platz am Ende auch endlich einen Namen. Jedenfalls sei es höchste Zeit, den langen Dornröschenschlaf des Sandhofener Herzstücks zu beenden. Die Gemeinderatsfraktion sei bereits aufgefordert worden, Planungsmittel für den Stadtteil-Entwicklungsprozess bereitzustellen.

Am 20. Dezember will die SPD bei einer Auftaktveranstaltung über den Fortgang der Initiative informieren. Stefan Fulst-Blei, Landtagsabgeordneter und Kreisvorsitzender der SPD, referiert. Der Ort steht noch nicht fest.