Sandhofen

Sandhofen Torwartschule zu Gast beim SKV / Spezialtraining für Spieler aus verschiedenen Altersgruppen

„Talent allein reicht nicht aus“

Archivartikel

Torhüter nehmen stets eine besondere Position in einer Fußballmannschaft ein. Ihr Alleinstellungsmerkmal: Als Spieler mit der Nummer eins müssen sie im Tor hochkonzentriert bis zum Abpfiff bleiben, selbst wenn es wenig bis gar nichts zu halten gibt. Deshalb legten die Verantwortlichen der Torwartschule Benjamin Rudolph auf ihrer Station beim Sport- und Kulturverein Sandhofen (SKV) auch viel Wert auf die Vermittlung mentaler Stärke.

Tipps im Training gab es von Manuel Schnabel. Er sei selbst lange auf Kreisebene im Tor aktiv gewesen, erzählte der 25-Jährige. „Seit neun Jahren bin ich nun schon für die Torwartschule Benjamin Rudolph auf Tour.“ Als Trainer besuche er jährlich an die 100 Klubs und Vereine deutschlandweit. „Wir sind aber auch in Österreich, der Schweiz sowie in Holland unterwegs“, erzählte Schnabel. In diesem Jahr sei die Torwartschule zum ersten Mal bei Vereinen in den USA zu Gast gewesen.

Kein eigener Trainer

Begeistert vom Besuch in Sandhofen auf dem Trainingsgelände an der Gaswerkstraße war Michael Geikler. Die Idee, bei der Torwartschule nach einem öffentlichen Training anzufragen, habe er gemeinsam mit seinem Jugendleiterkollegen Oliver Römer gefasst. „Wir wollten was für die Torhüter beim SKV machen“, so Geikler. Schließlich seien hier eigene Talente aus Sandhofen am Start. Insgesamt habe man 16 Torhüter in fünf Altersgruppen. Allerdings sei es dem SKV unmöglich, ein regelmäßiges Training mit dieser Qualität für die Torhüter anzubieten.

„Wir haben zwar fünf Trainerkräfte beim SKV, die gerade die C-Lizenz erwerben“, sagte der Jugendleiter. Einen eigenen Torwarttrainer könne sich der Verein derzeit jedoch nicht leisten. Dass an diesem Vormittag Trainer einer Fußballschule vor Ort Einblicke in ihre Trainingsmethoden böten, sei große Klasse, freute er sich.

„Wir richten uns an Spieler zwischen sieben und 16 Jahren“, sagte Manuel Schnabel. In der Torwartausbildung seien heute andere Schwerpunkte gefragt als noch vor 15 Jahren. „Heute spielen Passgenauigkeit und Abschläge für einen Torwart eine große Rolle“, betonte der Experte. „Die Torhüter oder die Torhüterinnen sind für die Spieleröffnung wichtig“, deshalb kickten viele noch bis zu einem gewissen Alter im Feld, um die Ballverarbeitung zu erlernen. Schritt- und Sprungtechnik, Stellungsspiel sowie die mentale Stärke seien ebenso bedeutende Aspekte.

Schon in jungen Jahren könne man sich die Fähigkeit zur Fokussierung aneignen. Die Entwicklung sei entscheidend. „Talent allein reicht nicht aus“, mahnte Schnabel die Teilnehmer. Eigeninitiative, Wille und Ehrgeiz spielten eine ebenso gewichtige Rolle, um am Ende sein Potenzial abrufen zu können.